Ein Besuch bei den Wahlkampfpartys der alten und neuen Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis

Aufbrausender Jubel und aufmunternde Worte

Von Ivar Lüthe

Wolmirstedt l In der Wolmirstedter Gaststätte "B189" brach um Punkt 19.05 Uhr Jubel aus: Auf der Internetseite des Landeswahlleiters liefen die ersten Ergebnisse aus dem Wahlkreis Börde/Jerichower Land ein und zeigen für CDU-Direktkandidat Manfred Behrens 45 Prozent der bislang ausgezählten Stimmen. Die CDU-Mitglieder und Anhänger stürmten ganz aus dem Häuschen auf den Ebendorfer ein. Für sie war schon jetzt klar: Ihr Manfred hat es erneut geschafft und das Direktmandat im Wahlkreis nach 2009 erneut gewonnen. Und nach diesen ersten Ergebnissen auch noch mit einem haushohen Vorsprung.

CDU-Innenminister Holger Stahlknecht und sein Ministerkollege Hermann Onko Aeikens (Landwirtschaft/CDU) gehörten mit zu den ersten Gratulanten. "Ich denke, wir können stolz sein, wenn wir das Ergebnis über 40 Prozent halten können", sagte Manfred Behrens in einer ersten Reaktion. Über den Abend hin soll sich das auch bestätigen.

In den letzten Stunden vor Schließung der Wahllokale war er sich gar nicht mehr so ganz sicher, ob er erneut das Direktmandat gewinnen würde. Doch nun zeige sich, "dass sich kontinuierliche Arbeit auszahlt", meinte Behrens. Er sei gestärkt worden durch seine Arbeit als Ortsbürgermeister von Ebendorf und Mitglied im Börde-Kreistag. "Ich werde weiterhin für meine Wähler im Wahlkreis beste Ergebnisse in Berlin erzielen", so Behrens. Ein besonderer Dank galt am Sonntagabend seiner Familie. Nur mit ihr habe er dies erreichen können.

Gedrückte Stimmung herrschte zur etwa gleichen Zeit in der Wolmirstedter Gaststätte "Zum Kicker". Hier hatte die SPD um ihre Direktkandidatin Waltraud Wolff zur Wahlparty eingeladen. Die Wahlergebnisse aus Bund und Wahlkreis, die über Laptop und Beamer den Genossen präsentiert wurden, konnten nicht froh stimmen. Erneut hat es Waltraud Wolff nicht geschafft, das Direktmandat, das sie vor 2009 stets errungen hatte, zurück zu erobern.

"Für mich war klar, dass ich um das Direktmandat erneut kämpfen muss", erklärte Waltraud Wolff, der die Enttäuschung anzusehen war. Da konnte aufmunternde Worte der Genossen und Blumen der Wahlkreismitarbeiter nicht wirklich helfen.

Was die weitere Arbeit im Bundestag anbelange, so wolle sie weiterhin im Umweltausschuss aktiv bleiben. Angesichts der Wahlergebnisse für die SPD auf Bundesebene sprach sie sich in einer ersten Reaktion allerdings für die Oppositionsarbeit aus: "Ich halte es mit Peer Steinbrück, der die ganze Zeit eine große Koalition ausgeschlossen hat. Unter diesen Umständen gehört die SPD in die Opposition".