Dahlenwarsleben l Die Gruppe aus Dahlenwarsleben ist eigentlich einmal aus der Not heraus entstanden. „Wir konnten uns die Künstler für unsere Bördefeste einfach nicht mehr leisten“, erzählt Waltraud alias Grit Gehrmann. „Daher haben wir uns zusammengefunden und einfach selber gesungen.“ Da gab es dann ein buntes Schlagerprogramm zu hören und 2008 haben die Damen und ihre Mitstreiter gar ein Musical nachgesungen.

So richtig in Schwung kam die Sache mit „De Mädels“ aber 2011. „Wir haben uns beim Fest der Regionen in Wolmirstedt angemeldet und waren da zum ersten Mal auf einer vielbeachteten Bühne zu sehen“, erzählt Waltraud. „Da mussten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen.“ Und so führten „De Mädels“ – erstmals als reife Damen im mittleren Alter zurechtgemacht– einen Mambo auf. Das war quasi die Geburtsstunde der Gruppe in ihrer heutigen Form und künftig ging es in Sachen Auftritte steil nach oben. Eine weitere Steigerung war die erste Teilnahme an einem Sachen-Anhalt-Tag. Dafür haben die Frauen dann auch noch einmal einen Extra-Gesangsunterricht bei einer professionellen Lehrerin genommen.

Fest im Terminkalender

„Der Sachsen-Anhalt-Tag gehört heute ganz fest in unseren Terminkalender“, bestätigt Grit Gehrmann. „Als wir dann gar eine Einladung zur Teilnahme an der Grünen Woche in Berlin bekamen, bin ich fast hintenüber gefallen.“ Das war im Jahr 2014 und „De Mädels“ präsentierten sich erstmals auf der Bühne des Sachsen-Anhalt-Bereiches, gemeinsam mit weiteren Vertretern der Region.

„Wir haben uns dann quasi im Treppenhaus umgezogen und dann für Stimmung gesorgt“, erinnert sich Waltraud. „Das ist inzwischen schon unsere Umkleidekabine geworden.“ Denn auch in diesem Jahr sind „De Mädels“ mit den weiteren Vertretern Hilde (Annette Pötke), Liselotte (Marina Tönniges), Irmchen (Bettina Lüders), Gertrud (Sülvia Mollenhauer), Hermine (Peggy Jenrich) und Martha (Cornell Schwalbe) bei der Grünen Woche dabei und wollen routiniert zur Sache gehen. Die diesjährige Grüne Woche beginnt am 17. Januar und läuft bis zum 26. Januar.

Dafür trainieren „De Mädels“ natürlich jetzt schon mit vollem Elan. Letztendlich sind es aber solche Veranstaltungen, die den Bekanntheitsgrad der Gruppe steigern. „Als wir einmal zu einer Fahrt unterwegs waren, haben wir in Wolmirstedt an einer Tankstelle gehalten“, erzählt Grit Gehrmann. „Da haben uns die Leute gleich erkannt, da wir uns schon entsprechend gekleidet hatten.“ Das war für „De Mädels“ einer jener Glücksmomente, die Künstler erleben, wenn sie schon etwas bekannter geworden sind.

Zahlreiche Auftritte

Die Auftritte sind indessen schon sehr viel zahlreicher geworden – 16 Mal ist die Gruppe im zurückliegenden Jahr auf Tour gegangen. „Das kann dann schon einmal Stress werden“, sagt Waltraud. „Aber wir empfinden das als positiv und außerdem sind die Auftritte etwas, bei dem wir uns den Lohn für die Mühen des gemeinsamen Trainings abholen.“

Begeisterte Menschen, die mit den Künstlerinnen gemeinsam eine lustige Zeit verbringen wollen und möglichst auch noch mitmachen, sind das Größte für die motivierten Damen aus der Niederen Börde.

Sie sind inzwischen auch schon so gefragt, dass Voranfragen schon Mal ein Jahr im Voraus gestellt werden sollten. „Wir machen natürlich schon einmal eine Ausnahme, wenn es der Terminplan zulässt“, versichert Waltraud.

Zum Geburtstag nachn Calvörde

So geschehen bei Auftritten in Calvörde. Erst reisten „De Mädels“ zu einem Geburtstag dorthin und nur zwei Wochen später traten sie als Überraschungsakt bei der Frau zum Geburtstag auf, die sie eine Woche zuvor gebucht hatte. „Eventuelle Pannen überspielen wir mittlerweile gekonnt“, erzählt Waltraud schmunzelnd. Ein wenig frecher sind die Damen mit der Zeit auch geworden.

So schäkert Waltraud schon einmal mit Lokalpolitikern und verlangt von ihnen ein Kuss auf die rechte Wange. „Die andere Seite hat doch letztens erst der Finanzminister geküsst“, sagt sie augenzwinkernd. „Das hat schon einige Male geklappt.“