Glindenberg l Mit solch einem großen Interesse hatte Lothar Schmidt nicht gerechnet. Gut 180 Besucher waren in den Vereinsraum der Sportler gekommen, um seine Fotografien zu betrachten. Viele staunten darüber, welche Motive in Glindenberg und der nahen Umgebung zu finden sind oder erkannten Ansichten wieder, die ihnen bei Spaziergängen auch schon aufgefallen waren. Die Fotos boten genug Anlass, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Lothar Schmidt beantwortete viele Fragen.

Sabine Liebscher lebt in Glindenberg und geht oft mit ihrem Mann in der Umgebung spazieren. Außerdem hat sie beruflich mit Kunst zu tun und so gab es gleich zwei Gründe, sich die Fotoausstellung anzuschauen. „Auf den Bildern ist meine unmittelbare Heimat abgebildet und trotzdem sind es faszinierende Motive“, stellte sie fest, „die Fotos sind stimmig und fangen ein.“

180 Besucher

Lothar Schmidt ist schon seit vielen Jahren mit der Kamera unterwegs, seit er Ruheständler ist, noch viel häufiger. Er scheut sich nicht davor, besonders früh aufzustehen, weil nur dann die Chance besteht, den Sonnenaufgang zu fotografieren. Er scheut sich auch nicht davor, sehr lange sehr still zu sitzen und dabei optisch mit der Umgebung zu verschmelzen. Dabei helfen Tarnjacke, Tarnmütze und Tarnplane.

„Die Tiere sollen mich nicht bemerken“, erklärt Lothar Schmidt und weil er neben der Tarnkleidung eine große Portion Geduld besitzt, sind ihm spektakuläre Tierfotos gelungen. Er hat Fuchsjunge fotografiert, die neugierig vor dem Bau sitzen, einen Hasen, der seine Langohren spitzt, Eisvögel, deren knallblaues Gefieder der Elbaue einen besonderen Farbtupfer schenkt.

„Bei der Ausstellung habe ich erfahren, dass am Teich eines Glindenbergers ebenfalls Eisvögel zu Hause sind“, erzählt Lothar Schmidt. Er freut sich schon darauf, die Kamera zu schultern und die Einladung des freundlichen Dorfbewohners zum Eisvogel-Fotoshooting anzunehmen.

Bezaubernde Tierfotos

Yvonne Basilius gefielen vor allem die Glindenberger Winteransichten, Fotos, auf denen das Dorf unter einer Schneedecke verborgen ist, überspannt vom azurblauen Himmel. „Beeindruckt haben mich auch die Bilder, die an das Hochwasser erinnern.“ Die Glindenbergerin wohnt schräg gegenüber von Schmidts und sieht ihren Nachbarn regelmäßig mit der Kamera losziehen. Deshalb war der Ausstellungsbesuch für sie ein Muss. „Mich hat interessiert, was Lothar so fotografiert.“

Siegfried Werner ist selbst leidenschaftlicher Hobbyfotograf und Mitglied im Wolmirstedter Fotoclub „Iris“. Er zollte dem Glindenberger „Kollegen“ Respekt und lud ihn zum nächsten Treffen der Fotofreunde ein.

Den Ausstellungsbesuchern wurde Kaffee und Kuchen geboten, Gerhild Schmidt sowie mehrere Dorfbewohnerinnen hatten gebacken. Das nahmen viele Gäste zum Anlass, ein wenig länger in der Ausstellung zu verweilen und miteinander zu plaudern. Lothar Schmidt zeigte sich am Ende zufrieden. „Es war wirklich den ganzen Tag über ein Kommen und Gehen. Nebenbei wurden interessante Gespräche geführt und Anregungen gegeben, damit die Fotos nicht in der Schublade verschwinden.“