Colbitz l Wenn Herbert Bilang durch die Räume der Dauerausstellung „Eule und Mensch“ im Museumshof in Colbitz führt, merkt man ihm seine Faszination an. Zu jedem Exponat kann er eine Geschichte erzählen. Kein Wunder, hat er doch die mehr als 5000 Ausstellungsstücke aus aller Welt gesammelt und aufbereitet.

Wie es der Name der Ausstellung andeutet, dreht sich dort alles um Eulen, beziehungsweise das, was der Mensch mit den Tieren verbindet. Auf über 80 Quadratmetern tummeln sich Bilder, Haushalts- und Schmuckgegenstände sowie fast alles, was sich mit Eulen darstellen und verzieren lässt.

Sammlerstücke aus über 140 Ländern

In der Büroecke liegen beispielsweise Radiergummis in Eulenform aus, während im Philatelieteil dutzende Briefmarken mit Eulenmotiven zu sehen sind. In einer weiteren Vitrine steht „Kauzenbier“ neben „Uhlenwein“ und weiteren „Eulen-Alkoholika“.

In vier Dioramen sind zudem diverse ausgestopfte Eulen-, aber auch andere Vogelarten und mit Waschbär und Fuchs auch deren Feinde zu bestaunen. Lehrtafeln vor den Schaukästen geben Auskunft über die Tiere und ihre Lebensweise. Ein paar der ausgestopften Exemplare haben ihre Lebenszeit in Tierparks verbracht. Andere wurden überfahren aufgefunden und anschließend präpariert.

Eulen gibt es überall auf der Welt und so sind auch Exponate aus allen Kontinenten vertreten. „Wir haben hier Sammelstücke aus ungefähr 140 Ländern“, sagt Bilang. Ein Lieblingsstück habe er trotz der riesigen Auswahl nicht. Jedes einzelne sei ihm ans Herz gewachsen und habe eine eigene Geschichte.

Sein Vater weckte das Interesse

Diese erzählt er ausführlich und gerne jedem Besucher des Eulenmuseums. Häufig handelt es sich dabei um Kindergartengruppen und Schulklassen. Auf sie, aber auch auf alle anderen Gäste, wartet ein akustisches Rätsel, auf das Herbert Bilang stolz ist: per Knopfdruck ertönen unterschiedliche Vogellaute, die die Besucher dann den einzelnen Vogelarten zuordnen können.

Mit dem Interesse an der Ausstellung zeigt sich Herbert Bilang zufrieden. „Eulen haben die Menschheit schon immer fasziniert. Bereits in der Antike galt die Eule in mehreren Kulturen als Vogel der Weisheit und wurde beispielsweise als ein treuer Begleiter der Göttin Athene dargestellt. Bei den Germanen hingegen galten Eulen als Todesboten“, erklärt er. Auch dieser Ambivalenz wurde ein Ausstellungsstück gewidmet. An dem „Baum des Lebens“ hängen unterschiedliche Schlagworte von „Leben“ und „Freiheit“ über „Stress“ und „Tod“. Gekrönt wird er von einem Uhu, der über alles wacht.

Was sein Interesse für die Vogelwelt geweckt hat, kann Herbert Bilang indes gar nicht mehr genau sagen. „Mein Vater war schon ein großer Naturliebhaber und mit mir so oft es ging draußen im Grünen. So war auch ich bereits von Kindesbeinen an von der Natur und vor allem den Vögeln fasziniert“, sagt der 74-Jährige, der sich selbst als „autodidaktischer Ornithologe“ bezeichnet.

Nicht alle Exponate sind ausgestellt

Einige Exponate warten aufgrund des Platzmangels immer noch darauf, ausgestellt zu werden. Trotz der riesigen Sammlung ist Herbert Bilang stets auf der Suche nach neuem Material: „Wir sind immer auf Helfer angewiesen und ich freue mich über alles, was ich bekommen kann.“

Dabei geht es ihm nicht nur um Gegenstände, sondern auch um Eulen-Sichtungen. Denn als leidenschaftlicher Hobbyvogelkundler beobachtet er die Tiere am liebsten in freier Wildbahn. „Vor einiger Zeit habe ich den Hinweis bekommen, dass in einem Steinbruch bei Staßfurt ein Uhu brütet. In einer sternenklaren Vollmondnacht habe ich die Stelle aufgesucht, ihn entdeckt und rufen gehört. Dabei ist mir trotz Minusgraden warm ums Herz geworden“, erinnert er sich an eine dieser Beobachtungen.

 

Interessenten werden gebeten, sich unter der 039207/81272 oder 95227 für Führungen anzumelden.