Wolmirstedt l Wolmirstedts Bahnhof bietet keinen schönen Anblick. Das Haus wirkt ungeliebt, die Buswartehäuschen auf dem Vorplatz sind beschmiert und die Ladestraße auf der anderen Seite der Gleise scheint ein vergessener Ort zu sein. Der alte Güterschuppen wurde längst von Pflanzen erobert, zwischen den Mauern drängen junge Bäume ans Licht, eine alte Laderampe wurde von der Natur erobert- so gut es der Betonboden zulässt. Sträucher und Gräser teilen sich den Platz mit Zivilisationsmüll. Von diesem Durcheinander soll in wenigen Jahren nichts mehr übrig sein. Ein Schmuckstück soll die Ladestraße werden, vor allem Reisenden das Leben erleichtern.

Erste Pläne liegen bereits vor. Demnach werden die alten Gebäude entfernt, ebenso die alte Rampe und das Gestrüpp. Links und rechts der Straße werden Parkplätze entstehen, derzeit sind 26 Pkw-Buchten, vier Motorradparkplätze sowie Fahrradstellplätze vorgesehen. Diese Stellplätze sollen vor allem den Pendlern dienen, die östlich der Gleise leben. Sie müssten nicht mehr an den Bahnschranken warten, um ihr Fahrzeug in der Bahnhofstraße zu parken und dann in den Zug zu steigen, sondern könnten gleich in der Glindenberger Straße stehen bleiben und durch eine Unterführung zu den Zügen gehen.

Zu dieser Unterführung führt laut Plan einerseits eine Treppe, aber auch ein barrierefreier Weg. Der ist insbesondere wichtig, weil sich östlich der Bahngleise das Bodelschwingh-Haus mit seinen Werkstätten sowie des Wohnbereichs „Am Quetchen“ befindet. Auch das Quetchen soll ein befestigter Weg werden, sodass auch Rollstuhlfahrer bequem zur Bahn gelangen.

Diese Barrierefreiheit war ohnehin ein wesentlicher Ausgangspunkt für die Umgestaltung des Bahnhofs und dessen Umfeld. Derzeit ist es für Rollstuhlfahrer noch immer unmöglich, zwischen Bahnsteig 1 und Bahnsteig 2 zu wechseln. Der Fußgängertunnel hält viele Treppen vor, die sie alleine nicht bewältigen können. Deshalb müssen Rollstuhlfahrer aus Richtung Magdeburg kommend im Zug sitzen bleiben und bis Zielitz weiterfahren, dort barrierefrei umsteigen und nach Wolmirstedt zurückkehren. Dort hält der Zug auf Bahnsteig 1, von dort aus - immerhin - können auch Rollifahrer problemlos in die Stadt gelangen.

Um auch zwischen den Bahnsteigen Barrierefreiheit zu gewährleisten, sollte schon vor Jahren eine neue Unterführung gebaut werden, 20 Meter nördlich der jetzigen, auf beiden Seiten mit Aufzügen versehen. Die Bahn hat das Projekt immer wieder verschoben, nun soll es Wirklichkeit werden.

Die Wartezeit haben die Stadt Wolmirstedt und die Bahn genutzt, um das Projekt Richtung Ladestraße weiterzuentwickeln, über den Fußgängertunnel nachzudenken. Nun liegen ersten Planungen vor, werden allerdings noch weiter präzisiert.

Beispielsweise ist noch nicht klar, ob es an der Ladestraße wirklich zwei Ladesäulen für Elektroautos geben wird. Bereits auf dem Bahnhofsvorplatz sind welche vorgesehen und ob es zu beiden Seiten der Gleise Energie für batteriebetriebene Autos gibt, wird noch diskutiert.

Ebenso offen ist die Gestalt der neuen Buswartehäuschen auf dem Bahnhofsvorplatz. Erste Planungen sehen nur eine Überdachung vor, Stadträte hätten aber auch gerne Seitenwände, damit Wartende auch vor dem Wind geschützt sind. Auch an dieser Stelle müssen Kosten und Nutzen noch gegeneinander abgewogen werden.

Fest steht hingegen, dass es in der Glindenberger Straße in beide Richtungen Bushaltestellen geben wird. Die Busse werden zum Ein- und Aussteigen auf der Fahrbahn halten. Vorgesehen ist ein Zebrastreifen.

Nach aktuellen Planungen soll das Projekt 2023 fertig sein.