Dolle l Es regnet in Strömen, doch die Mitarbeiter des Bundesforstamtes in Dolle lassen sich von ihrer Mission nicht abbringen. Ihr Ziel: 7800 Bäume pflanzen.

Schon gegen acht Uhr morgens zogen Forstwirte und das Büropersonal ihre Gummistiefel und leuchtenden Jacken an und begannen mit ihrer Aufforstung. Das etwa ein Hektar große Waldgebiet vor dem Bundesforstbetriebssitz hatte keine gesunden Bäume mehr. „Vorher standen hier Fichten, aber die sind durch die Hitze und Dürre im Sommer abgestorben“, sagt Revierförster Horst Schulze. Vor allem die Büromitarbeiter seien über das Absterben des Bestandes und die Kahlfläche, die dadurch entstanden ist, entsetzt, teilte Betriebsleiter Rainer Aumann mit. Daher rührte die Idee, dass etwas dagegen getan werden müsste. So schlossen sich alle zusammen und wollten den Forstamtswald neu bestücken, um ihm wieder Leben einzuhauchen und ihn „schnellstmöglich stabil und mischungsreich“ zu gestalten.

Da die Fichten den klimatischen Bedingungen nicht gewachsen waren, sollten dieses Mal Baumarten ausgewählt werden, die „auch für unsere Ururenkel noch erlebbar sein werden“, sagt Rainer Aumann. Anhand der Ergebnisse einer Standortkartierung, entschied sich Horst Schulze für die Traubeneiche und Winterlinde. Die Traubeneiche sei vor allem für wärmere Gebiete geeignet, sagt Horst Schulze.

Mit Blick auf die vergangenen Sommer und den recht milden Winter, sollte diese Eichenart keine Probleme in diesem Waldgebiet haben. Auch die Winterlinde ist, trotz ihres Namens, klimatisch wärmere Bedingungen gewohnt und wird meistens als Straßen- oder Alleebaum verwendet. Beide Baumarten können bis zu 1000 Jahre alt werden. Insgesamt belaufen sich die Kosten pro Baum, inklusive der Bodenvorbereitung und Pflanzung, auf etwa einen Euro.

Nachdem der abgestorbene Wald gerodet und für eine neue Bewaldung vorbereitet wurde, teilten sich die 25 Mitarbeiter in Zweierteams auf. So gelingt die Arbeit schneller. Zunächst wird ein Loch in die Erde gestochen und anschließend der Baum dort vergraben. Zu sehen ist dann nur noch ein dünner Ast, der aus dem Boden ragt und mit den Jahren zu einem gestandenen Baum heranwachsen wird. Horst Schulze schätzte, dass sie mit der Aktion gegen Mittag alle 7800 Setzlinge gepflanzt haben werden. Auch wenn die Fläche eher wild aussieht, steckt hinter der Bepflanzung ein System. Die Traubeneichen und Winterlinden werden in einer Reihe gepflanzt und dazwischen ist meist ein Abstand zwischen 50 und 60 Zentimetern.

Diese Aktion soll nicht nur für einen schönen Ausblick aus dem Bürofenster sorgen, denn Bäume sind wichtig für die Natur und das Klima. „Nur Wald kann dem Klima helfen“, sagt Horst Schulze. Doch bis dieser in seinem alten Glanz und voller Pracht erstrahlt, dauert es wohl noch um die 100 Jahre, sagt Horst Schulze, denn Bäume wachsen langsam. „Es gibt den Mitarbeitern ein gutes Gefühl, wenn sie aus dem Fenster schauen und sehen, was sie in Fleißarbeit geschafft haben“, sagt Rainer Aumann, „außerdem können die Mitarbeiter, die sonst im Büro arbeiten, auch mal selbst erleben, was wir Förster jeden Tag eigentlich draußen machen“.