Wolmirstedt l Wer zwischen Wolmirstedt und Glindenberg unterwegs ist, muss mitunter lange an geschlossenen Schranken warten. Das nervt Bürger schon lange. Doch zumindest für Fußgänger und Radfahrer soll es Entlastung geben, nämlich eine Verbindung, die unter den Schienen entlangführt. In drei Jahren könnte die Stadt mit dem Mammutprojekt starten.

Die neue Unterführung endet in der Ladestraße. Die zeigt sich zurzeit sehr verwildert, bietet aber genug Platz für Ideen, die den Pendlern das Leben leichter machen. In deren Sinne soll auch dieses Areal ausgebaut werden.

Noch ein paar Jahre Geduld

Bis es soweit ist, braucht es noch ein paar Jahre Geduld. Selbst wenn der Stadtrat am 14. Dezember dem Bebauungsplan zustimmt, kann der Bau frühestens in drei Jahren beginnen, denn zuvor muss die Deutsche Bahn ihre Bagger ins Rennen schicken. Und das soll bald passieren.

Voraussichtlich vom kommenden März bis Oktober 2022 will die Bahn etwa 20 Meter nördlich der jetzigen Unterführung eine neue errichten und mit Aufzügen versehen. Damit wird es möglich, barrierefrei zwischen den Bahnsteigen umzusteigen. Das wird vor allem jene freuen, die mit dem Kinderwagen oder im Rollstuhl unterwegs sind, schweres Gepäck schleppen müssen oder nicht gut zu Fuß sind.

Bisher müssen Rollstuhlfahrer, die aus Richtung Magdeburg kommen, bis Zielitz fahren, dort barrierefrei umsteigen, nach Wolmirstedt zurückkehren, weil sie erst dann auf Bahnsteig 1 ankommen, den sie verlassen können, ohne Stufen zu überwinden.

An den Schranken stehen

Doch es gilt auch: Die Bahnschienen durchschneiden die Stadt. Straßennutzer stehen oft sehr lange an den Bahnschranken. Deshalb hat sich die Stadt entschlossen, die neue Unterführung Richtung Ladestraße zu verlängern. Damit wird für Pendler Erleichterung geschaffen. In der Ladestraße soll eine Park-und-Ride-Anlage errichtet werden, weiterhin die Möglichkeit Fahrräder abzustellen, Ladesäulen für Elektrofahrzeuge sowie zwei Bushaltestellen.

Von dieser Unterführung werden vor allem Bewohner und Mitarbeiter des Bodelschwingh-Hauses profitieren, die östlich der Bahnschienen leben und arbeiten, aber auch die Mitarbeiter weiterer ansässiger Firmen. Insgesamt wird es für gut 2000 Menschen eine Erleichterung sein, schätzt die Stadt.

Im östlichen Stadtgebiet leben etwa 600 Einwohner, davon sind etwa 100 Bürger behindert oder schwerstbehindert. In Glindenberg sind über 1265 Menschen zu Hause.

Vor der Ladestraße wird jedoch erst einmal der Bahnhofsvorplatz saniert.