Wolmirstedt l Die großen Kräne drehen sich, fast schon hat man sich an den Anblick der Julius-Bremer-Straße gewöhnt. Unter ihnen wächst, Stein für Stein, das Wohnquartier des Deutschen Roten Kreuzes heran. Fast täglich sind die Bauarbeiter im Einsatz, um das Ziel zu schaffen: Im Dezember 2019 sollen die ersten Mieter einziehen.

Arbeiten liegen im Zeitplan

Das DRK wird im neuen Gebäudekomplex betreutes Wohnen anbieten, außerdem eine Tagespflege. Pflegebedürftige Menschen werden dort tagsüber betreut, leben aber weiterhin Zuhause. Im Wohnquartier an der Julius-Bremer-Straße werden 64 Wohnungen und 40 Tagespflegesätze angeboten. Außerdem wird eine Begegnungsstätte errichtet, die auch Menschen besuchen können, die nicht in diesem Wohnquartier leben oder betreut werden.

Laut der Architektin Sabine Stephan liegen die Bauarbeiten im Zeitplan. „Komplikationen sollten ebenfalls nicht auftauchen, außer das Thermometer fällt auf Minus 30 Grad Celsius“, sagt sie. Nach dem ersten Spatenstich im März und der Grundsteinlegung im Oktober wächst der Gebäudekomplex in U-Form stetig empor. In dieser Woche wurden die Bauarbeiten an der zweiten Etage beendet, in der kommenden Woche wächst das dritte und letzte Geschoss.

Der Rohbau soll im März beendet werden, sodass im Frühjahr Richtfest gefeiert werden kann. Anschließend folgt über den gesamten Sommer der Innenausbau. Im Dezember soll der Bau, in den das Deutsche Rote Kreuz etwa acht Millionen Euro investiert, fertig sein.

Das Wachsen der Anlage sorgt auch für noch mehr Interesse der Wolmirstedter. Bereits vor Beginn der Bauarbeiten war das Interesse an den Wohnungen groß, inzwischen gibt es drei Mal mehr Bewerber als Wohnungen.

Regionaler Name gesucht

Das DRK sucht weiterhin nach einem regionalen Namen für den Wohnkomplex. „Wolmirstedt hat eine schöne Mühle. Wir könnten uns vorstellen, die Innengestaltung mit der entsprechenden Beschilderung an die Region anzulehnen“,sagt Sabine Stephan.

Die Idee für den Bau steht schon lange. Erstmals fasste der Stadtrat 2009 einen Grundsatzbeschluss, worin geschrieben stand, dass die Stadt das Gelände an das Deutsche Rote Kreuz verkaufen kann. Dann passierte lange Zeit nichts, der Beschluss sollte wieder aufgehoben werden.

Doch das DRK blieb dran, setzte sich gegen einen zweiten Interessenten durch. Schließlich wurde das städtische Grundstück, auf dem einst die Kita „Pusteblume“ ihren Platz fand, im vergangenen Jahr an das DRK übertragen – seither wächst das Projekt an der Julius-Bremer-Straße.