Jersleben l „Was ist hier passiert?“, fragte sich Matthias Glück, als er am Dienstag von der Arbeit nach Hause kam. „Vor meinem Haus bot sich ein Bild der Zerstörung. Innerhalb von wenigen Stunden wurde der Dorfplatz von Jersleben völlig von der Natur befreit“, schrieb er der Volksstimme. Er schickte zwei Fotos mit, die er innerhalb von zwölf Stunden aufgenommen habe und die das „Ausmaß der Zerstörung“ zeigen.

„Der Aktion sind eine 70 Jahre alte, völlig gesunde Linde, eine 40 Jahre alte Birke, eine beachtliche Tanne, ein großer Wacholderstrauch und viele weitere Sträucher und Pflanzen zum Opfer gefallen. Der Schaden ist immens und alle fragen sich ‚warum?‘“, teilte er weiter mit. Er fragt sich, was mit dem Platz geschehen soll und warum die Bevölkerung nicht darüber informiert wurde. „Hat man als Bürger denn gar kein Mitspracherecht mehr?“

Aktion im Rat angekündigt

Doch die Bürger hätten sehr wohl davon wissen können, kontert die Gemeindeverwaltung der Niederen Börde. So weist Reinhard Schimka, Fachdienstleiter für Gemeindeentwicklung, darauf hin, dass das Thema im öffentlichen Teil des Ortschaftsrates am 4. Februar besprochen wurde, jedoch nur ein Bürger diesen Termin wahrgenommen habe.

Bilder

„In dem Bereich der jetzigen Grünanlage, wird ein Löschwasserbehälter eingesetzt“, erklärt Reinhard Schimka, was es mit der Abholzung auf sich hat. Denn durch diesen Eingriff könnte die Standsicherheit der Bäume gefährdet werden. Die derzeit fehlende, aber vorgeschriebene Löschwasserbereitstellung im Ort soll zudem mit der Erneuerung der Dorfstraße kombiniert werden. Der künftige Wassertank wird ein Fassungsvermögen von 10.000 Litern haben.

Da Baumfällungen nach bundesweit geltendem Naturschutzgesetz nur bis Ende Februar gestattet sind, musste der Eingriff recht kurzfristig stattfinden. Reinhard Schimka verstehe, dass die Aufregung nun groß sei, beschwichtigt aber: Der Dorfplatz werde, nachdem der Tank in der Erde versenkt wurde, wieder begrünt. „Hier werden auch entsprechende Neuanpflanzungen vorgenommen. Der Platz soll und wird also auch zukünftig ein zentraler Punkt der Erholung im Ort werden“, versichert Reinhard Schimka.