Wolmirstedt l Die Schlossdomäne gilt vielen Wolmirstedtern als schönster Platz der Stadt. Bibliothek, Bürgerhaus und Museum haben dort ihre Heimat, in der Schlosskapelle lassen sich Paare trauen, im Katharinensaal wird regelmäßig gefeiert, neuerdings gibt es dort auch Kuchen und Eis. Doch Stadträte wie Klaus Mewes und Heinz Maspfuhl wollen mehr, stehen dafür, das Areal zu einem Kultur– und Veranstaltungsstandort mit überregionaler Bedeutung zu entwickeln. Eine Bürgerstiftung soll die finanzielle Grundlage bilden, aber auch dabei helfen, dass sich Bürger mit diesem Ort noch viel mehr identifizieren.

Wie die Zukunft der Schlossdomäne aussehen kann, hat Klaus Mewes bereits zu Papier gebracht und dabei jedem Objekt eine eigene Funktion zugedacht. Bibliothek, Bürgerhaus und Museum leben bereits, aber für Lesungen, Kleinkunst, Theater oder Konzerte eignet sich auch die Schlosskapelle. Werden mehr Besucher erwartet, kann Musik und Literatur auch in der Museumsscheune angeboten werden. Die bietet sich außerdem für Feiern und Tanzveranstaltungen an.

Scheune wird selten warm

Klingt gut, allerdings führt Klaus Mewes ein großes Manko auf: das kühle Ambiente der Scheune. Wobei sich „kühl“ nicht allein auf die spartanische Ausstattung bezieht, sondern auch auf die Temperaturen. Die Scheune wird selten warm. Deshalb sieht das Konzept eine Raumabtrennung, Bühnengestaltung, einen Backstagebereich, Beleuchtung, Technik und Deko vor.

Eine ähnliche Ausstattung soll die Freilichtbühne bekommen, die Klaus Mewes ganz besonders als Pfund sieht, mit dem Wolmirstedt wuchern kann. Bisher sind die Ränge nur selten voll, dort werden außerhalb des Stadtfestes kaum Veranstaltungen angeboten. „Da ist noch viel Potential.“

Größere Summen werden benötigt

Für Bühnen und Co. im denkmalgeschützten Areal der Domäne bedarf es größerer Summen, die nicht allein aus dem Stadthaushalt oder aus Fördertöpfen fließen können. Dafür soll Stiftungsgeld eingesetzt werden. Das Kapital für diese Stiftung können Bürger stellen, Unternehmen, Vereine. Die Stadt soll ebenfalls mit ins Boot, ebensoviel Geld in den Stiftungstopf geben, wie die Summe der anderen Spender ergibt, maximal jedoch 50.000 Euro.

Im Konzept geht die denkmalgerechte Erhaltung der Schlossdomäne Hand in Hand mit der Förderung von Kunst und Kultur. Der obere und untere Burghof kann Mittelalter-, Bauern- und Töpfermärkten dienen, Rockkonzerten oder Start- und Zielpunkt von Fahrzeug-Classic-Touren oder Laufveranstaltungen sein. Noch fehlt für Veranstaltungen unter freiem Himmel die öffentliche Toilette.

Veranstalter arbeiten für sich

Viele Veranstaltungen, die im Mewes-Konzept aufgeführt sind, gab oder gibt es bereits. Bisher arbeiten Veranstalter zumeist für sich, bei der überregionalen Wahrnehmung gibt es noch ausreichend Luft nach oben. Deshalb sollen (kultur)touristische Konzepte Wolmirstedts Angebote weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen und Besucher in die Stadt an der Ohre locken.

Noch steckt das Projekt „Bürgerstiftung“ in den Kinderschuhen. „Wenn es gut anläuft, ist es ein Gewinn für die Stadt“, ist Heinz Maspfuhl (SPD) gewiss, „es kann das Ensemble Schlossdomäne in seiner Würdigkeit heben, dabei kann Großes entstehen.“