Angern l In der Teichstraße in Angern herrscht emsige Betriebsamkeit am Mittwochmorgen. An der Baustelle vor dem Grundstück der Familie Hoeft schwingen Männer Spitzhacken und schachten mit Spaten einen Kabelgraben. Auf diesen Spatenstich haben die Angeraner lange gewartet. Die Bauleute sind dabei, ein Leerrohrsystem und Hausanschlüsse zum Breitbandnetz zu verlegen. Dazu werden vorwiegend in den Nebenflächen zur Straße Kabelgräben ausgehoben, Baugruben angelegt und diese Bereiche gesperrt, erklärt die Bau-ARGE Breitband Börde den Ablauf der bis Ende April andauernden Arbeiten.

„Es ist an der Zeit, dass wir mit dem Internet vernünftig arbeiten können, sagen Ramona und Ulli Hoeft. „Die Bauarbeiten sind ganz fix gegangen, schnell, sauber und ordentlich“, ergänzt die Anwohnerin. Vorbei sei nun die Zeit der „Bambusleitung“, wie Enkel Malte vormals das sehr schwach auf der Brust daherkommende Internet bezeichnet hat. Die Teichstraße ist inzwischen komplett mit Rohren bis in die Häuser versorgt, auch der Anschlusskasten ist eingebaut. Längst sind die Bauleute weitergezogen, haben die Arbeiten in der Gartenstraße fortgesetzt.

Breitband als Standortfaktor

Egbert Fitsch (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Angern, freut das sehr. „Wir warten schon lange darauf, mit schnellem Internet versorgt zu werden. Das wird eine Bereicherung für die gesamte Verbandsgemeinde. Die Attraktivität unseres Standortes erhöht sich. Ich wünsche mir einen Synergieeffekt auch in Sachen Zuzug. Denn gut vernetzt zu sein, wirkt auf Interessenten, die bei uns ihren Lebensmittelpunkt finden möchten, bestimmt positiv.“ Der Bürgermeister wünscht sich, dass es möglichst rasch weitergeht, „damit auch die übrigen Ortsteile in diesem Jahr angeschlossen werden und sich die Versorgung mit schnellem Internet signifikant verbessert“.

Ähnlich äußert sich Thomas Schmette (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Elbe-Heide. „Unsere Bürger sehen nun mit eigenen Augen, dass auch vor ihren Häusern geschäftiges Treiben herrscht und der Glasfaseranschluss endlich kommt. Sobald das jeweilige Ortsnetz mit dem weltweiten Internet verbunden ist, können Nutzer mit 500 Mbit pro Sekunde mit dem Surfen loslegen.“

Für Kurzentschlossene gilt: Wer auf der schnellen Datenautobahn mitfahren, sprich sich noch anmelden möchte, hat die Möglichkeit dazu. Solange der Graben in der jeweiligen Straße, in der gebaut wird, offen ist, können Anträge gestellt werden. „Wir haben Anträge bei uns in der Gemeinde vorrätig. Auch in Rogätz in der Verbandsgemeinde liegen Formulare aus.“

Solange die Bauphase laufe, könne jeder einen Antrag für einen Breitbandanschluss zu günstigen Konditionen stellen. Das werde nach Abschluss der Bauarbeiten nicht mehr so sein. Diejenigen, die im Vorfeld einen Vertrag mit dem Anbieter geschlossen haben, werden den günstigsten Tarif zu höchsten Leistungen bekommen, sagt Verbandsgemeinde-Bürgermeister Thomas Schmette. Die Kosten des Hausanschlusses von durchschnittlich 2000 Euro seien in diesem Zeitraum noch förderfähig. Das bedeutet, dass „Nachzügler“ neben der monatlichen Gebühr nur einen einmaligen Anschlusspreis von 99 Euro entrichten. Diejenigen, die sich nach den Bauarbeiten entscheiden, müssen die Anschlusskosten in Höhe von mindestens 2000 Euro dann selbst stemmen.