Wolmirstedt l Eigentlich hätte die ganze Klasse Applaus gespendet, die Bilder wären öffentlich in der Sparkasse zur Schau gestellt worden, Dr. Günter Müller vom Lionsclub Haldensleben hätte feierliche Wort gesprochen. Das alles fiel wegen Corona aus. Trotzdem wurden die Gewinner des Friedensplakatwettbewerbs im Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums geehrt. Wenn auch im kleinen Kreis.

Das Plakat von Mia Cheyenne Bode aus der Klasse 6e erreichte einen dritten Platz im Distrikt Sachsen-Anhalt/ Thüringen. Ihr Plakat zum Thema „Frieden durch Hilfsbereitschaft“ hatte die Jury überzeugt.

Aus dieser Schule sowie dem Haldensleber Professor-Friedrich-Förster-Gymnasium haben 130 Schülerinnen und Schüler teilgenommen, zumeist ermutigt von engagierten Kunstlehrerinnen.

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Wie geht es weiter?

Doch wie geht es an den Schulen weiter? Sind sie gewappnet, wenn der nächste Lockdown kommt? Was haben Schulleitung und Lehrer aus der Zeit der geschlossenen Schulen im Frühjahr gelernt?

„Wir haben uns mit Lernplattformen beschäftigt, die Lehrer haben sich fortgebildet, fast jedes Kind hat ein eigenes digitales Endgerät“, sagt Carsten Koslowski, Schulleiter des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums. Darüber hinaus wartet die Schule auf Unterstützung aus dem Digitalpaket. Die soll im Frühjahr kommen.

Die Lehrer sind jedenfalls gewappnet, halten stets für eine Woche im Voraus Aufgaben bereit. „Würde die Schule morgen schließen, müssten wir nur auf den Knopf drücken“, macht der Schulleiter das Prinzip deutlich.

Auch die Gemeinschaftsschule „Gottfried Wilhelm Leibniz“ sieht sich für einen weiteren Lockdown gewappnet. „Wir haben überprüft und festgestellt, dass alle Schüler ein Endgerät besitzen“, sagt Schulleiter Ingolf Berg. Verbessert wurden jedoch die Kommunikationswege. Eine neue Benachrichtigungs-App wurde installiert, um Aufgaben datensicher zu verschicken.

Auch bei der Verteilung des Präsenzunterrichts würde die Schule auf Erfahrungen aus dem Frühjahr zurückgreifen. „Die Schülerinnen und Schüler würden alle zwei Tage abwechselnd in die Schule kommen, damit sie im Rhythmus bleiben, der Kontakt nicht abreißt.“ Für den Homeschooling-Tag würden sie Aufgaben bekommen.

Lernplattform hat sich bewährt

Diese Erfahrungen teilt die Gemeinschaftsschule „Johannes Gutenberg“. „Der komplette Distanzunterricht erschöpft sich schnell“, weiß der stellvertretende Schulleiter Michael Jordan. Auch Gutenbergs würden die Jugendlichen im Fall des Lockdowns im Wechsel alle zwei Tage in die Schule bitten. An allen Schulen hat sich die digitale Lernplattform „Moodle“ bewährt.

„Wir haben aber auch die Lehrer fortgebildet“, sagt Michael Jordan. Allerdings nicht erst seit Corona, denn digitales Lernen hat an der Schule eine lange Tradition. Allerdings wünscht sich diese Schule ebenso wie das Gymnasium, dass der Pool für digitale Endgeräte wie Tablets aufgestockt wird, denn zehn Prozent der Kinder können nicht über ein eigenes Gerät verfügen.

Trotz aller digitalen Fortschritte wissen die Schulleiter, dass persönliche Begegnung zwischen Lehrern und Schülern nicht zu ersetzen sind. Im Falle geschlossener Schulen müssen Videokonferenzen herhalten. So wie es derzeit aussieht, bleiben die Schulen bis zu den Weihnachtsferien offen. Danach ist alles unklar.