Groß Ammensleben/Gutenswegen l Der Breitbandausbau in der Niederen Börde ist durch das Coronavirus ebenfalls erneut ins Stocken geraten. Das bestätigt Ina Stimpel, Fachdienst Gemeindentwicklung, gegenüber der Volksstimme. „Die beauftragte Firma hat die selben Probleme wie alle in diesen Tagen“, sagt sie. „Personell gibt es Engpässe, daher werden wir wohl weitere Verzögerungen einplanen müssen.“

In den vergangenen Wochen war der Ausbau in Gutenswegen in Angriff genommen worden (Volksstimme berichtete). So wurden dort schon etliche Leerrohre verlegt, doch seit Ende voriger Woche tut sich dort recht wenig. Warnbaken und Absperrungen sind entlang der Ortsdurchfahrt zu sehen und auch aufgerissene Fußwege deuten auf eine Bautätigkeit hin, allerdings hat auch Ortsbürgermeister Lothar Chelvier seither keinen Arbeiter mehr gesehen. „Ich habe mich schon darüber gewundert“, sagt er.

Laut Ina Stimpel seien zuletzt Arbeiten in Gersdorf in den Mittelpunkt gerückt. Der Ortsteil soll, wie auch Dahlenwarsleben und Klein Ammensleben, zuerst vom Breitband profitieren. Hier sind die ersten Bestückungen mit Glasfaser vorgesehen. Das Kabel soll dann quasi in die vorhandenen Leerrohre eingeblasen werden. Genaue Termine dafür können jedoch im Augenblick nicht benannt werden.

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Viele Bürger sind deswegen etwas ungehalten. Ein Gutensweger (Name ist der Redaktion bekannt) berichtet zudem von Kommunikationsproblemen über die Hotline. „Die Arbeiter hatten unser derzeitiges Internetkabel durchtrennt und wir standen ohne Anbindung an das weltweite Netz und ohne Telefon da“, sagt er. „Vier Tage lang sind wir auf dem Trockenen geblieben, ehe das Kabel geflickt worden ist.“ Darunter habe besonders seine Frau gelitten, die als Selbständige tätig ist.

„Die Zeiten sind ohnehin gerade schwer“, führt er weiter aus. „Die gestörte Kommunikation zu den Kunden kam dann noch oben drauf.“ Über die Hotline sei der Gutensweger immer wieder auf dem Handy des Vorarbeiters gelandet. Der war aber selber schon von dem Vorfall unterrichtet und hatte den Schaden begutachtet. „Die Arbeiter waren auch einsichtig und es tat ihnen auch wirklich leid“, erzählt der Anwohner weiter. „Allerdings hatten auch sie Probleme, den Sachverhalt entsprechend weiter zu melden.“

Inzwischen ist der Haushalt wieder entsprechend versorgt, ein mulmiges Gefühl bleibe dennoch zurück, beschreibt der Gutensweger. Ina Stimpel verweist in dem Fall auf die Hotline, die auf der Internetseite der Gemeinde zu finden ist.

Die Verzögerungen im Netzausbau seien jedoch für die Bewohner der Niederen Börde eine weitere Gelegenheit, um noch auf den losfahrenden Zug aufzuspringen. Bürger aus den Orten können somit ihre Anträge noch einreichen. Ausgenommen sind Gersdorf, Dahlenwarsleben und Klein Ammensleben. Hier sei der reale Netzanschluss in greifbare Nähe gerückt.

„Die Anträge können von den Bürgern direkt in den Postkasten der Gemeinde in Groß Ammensleben eingeworfen werden oder per Post geschickt werden“, sagt die Fachdienstleiterin. „Für den Besucher- verkehr ist die Verwaltung jedoch bis auf weiteres geschlossen.“