Tradition

Der Maibaum in Meseberg soll als ein Zeichen der Hoffnung stehen

Von Tom Wunderlich
Ohne Trara und ohne Maifest: Der Maibaum wurde in diesem Jahr im ganz kleinen Rahmen in der Ortsmitte aufgestellt. Laut Ortsbürgermeister Schulze soll das vor allem ein Zeichen der Hoffnung für alle sein. Fotos (2): Tom Wunderlich

Meseberg

In Mesebergs Straßen ist es gespenstisch ruhig, seit die Corona-Pandemie auch in dem kleinen Örtchen in der Niederen Börde Einzug gehalten hat. Trotz des Stillstandes wollen einige Akteure auf alte Traditionen nicht verzichten. Das Maibaum-Aufstellen ist eines der wenigen Lebenszeichen in dem kleinen Dorf. Ortsbürgermeister Wolfgang Schulze will diesen Zwangsstop für das Dorfleben nicht ganz so hinnehmen.

„Wir haben uns deswegen entschieden, dieses Jahr den Maibaum trotzdem im kleinen Rahmen aufzustellen“, erklärt Schulz am Freitagnachmittag. Kurz nach 17 Uhr ist es soweit. Er und Mitglieder des Karnevalvereins „MCV Meseberger Carnevalverein e.V.“ haben sich am Bürgerhaus eingefunden um dem verschlafenen Ort ein bisschen Leben einzuhauchen. Mit Abstand und Mundnasenschutz tragen sie in einer kleinen Prozession den Kranz des Maibaums zum Platz an der Bushaltestelle. Mit ein paar gekonnten Griffen wird die meterlange Stange umgelegt und der bunte Kranz befestigt. Nach nicht einmal zehn Minuten steht die Konstruktion wieder. Ein wichtiges Zeichen finden einige Meseberger, die doch mal kurz vorbeischauen um die kleine Prozession zu beobachten. Auch Schulze ist davon überzeugt.

„Mit dem Aufstellen des Maibaumes senden wir ein wichtiges Zeichen an unsere Einwohner und unsere Vereine.“ Die Parole lautet durchhalten und vor allem die Hoffnung nicht aufgeben. „Die aktuelle Situation ist für uns alle nicht einfach. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt alle zusammen halten und die Pandemie gesund überstehen“, erklärt der Ortsbürgermeister. Zum Glück gebe es im Ort immer noch viele hilfsbereite Menschen.

Vereinsleben steht komplett still

So zum Beispiel die Mitglieder des Karnevalvereins. „Die Männer und Frauen sind quasi immer bereit um mitzuhelfen“, sagt er mit Blick auf den aufgestellten Maibaum. Bis vor einigen Jahren habe die Freiwillige Feuerwehr immer noch aktiv das Dorfleben am Laufen gehalten. „Leider ist deren Mitgliederzahl zurückgegangen und damit auch das aktive Mithelfen.“ Trotzdem sei er stolz auf die Einsatzkräfte, welche Tag und Nacht für die Sicherheit der Meseberger da seien. Aber nicht nur die Freiwillige Feuerwehr müsse aktuell kürzer treten, auch die anderen Vereine seien betroffen. „Wegen der Eindämmungsverordnung kann derzeit keiner unserer Vereine großartig was machen.“ Immerhin gibt es in Meseberg neben der Freiwilligen Feuerwehr und den Karnevalisten noch acht weitere Vereine. Dazu gehören unter anderem der Gemischte Chor „Freundschaft“ e.V., der Anglerverein, der Sportverein 1928 e.V. und viele weitere Interessengemeinschaften. „Ich hoffe wirklich sehr, dass das Vereinsleben bald wieder aufblüht und die Meseberger dadurch wieder mehr zusammen kommen.“

Ganz untätig ist man in Meseberg trotzdem nicht und hat die coronabedingte Zwangspause sogar für ein Projekt genutzt. „Wir konnten mit Fördermitteln des Landes das Vereinsheim unserer Sportler sanieren“, erzählt Wolfgang Schulz. Insgesamt 29242 Euro seien investiert worden. „Davon haben wir die Sanitäranlagen sanieren können“, erklärt der Ortsbürgermeister. Da aktuell sowieso keine Wettkämpfe und Trainingseinheiten stattfinden könnten, sei das eine willkommene Gelegenheit für alle Beteiligten gewesen.

Letztendlich sei das aber auf Dauer kein Zustand. „Man muss ja nur mal bedenken, wie viele traditionelle Veranstaltungen in diesem Jahr ausfallen.“ So hoffen Schulze und seine Mitstreiter, dass man im nächsten Jahr wieder mehr machen könne und vor allem das Maibaum-Aufstellen wieder von vielen Akteuren begleitet werden kann. „Der Maibaum und das Maifest gehören einfach zum Dorfleben dazu.“