Barleben l Laut Bürgermeister Frank Nase (CDU) soll dafür ein sogenanntes Digi-Zentrum eingerichtet werden. Doch nicht nur die Arbeit an Soft- und Hardware soll hier erfolgen. Auch eine Digitalisierungsstrategie müsse erarbeitet werden. „Das ist unbedingt erforderlich“, sagt der Rathauschef, denn immerhin sind schon jetzt 575 Dienstleistungen in 14 Themenfeldern sowie 150 kommunale Aufgaben für die Bürger abrufbar.

Das Projekt, das zunächst auf 24 Monate angelegt ist, soll rund 220 000 Euro kosten. 80 Prozent davon kommen aus Fördertöpfen, rund 44 000 Euro soll Barleben aus eigener Tasche zahlen. Wichtige Weichen seien gestellt und ein entsprechender Antrag beim Land eingereicht worden.

Abläufe sollen angepasst werden

Doch soll Barleben nicht die komplette Entwicklungsarbeit in Sachen E-Goverment übernehmen. Vielmehr ist die Zusammenarbeit mit Digi-Zentren anderer Gemeinden wie beispielsweise der Hohen Börde geplant. „Wir denken exemplarisch vor, übernehmen sozusagen die Vorreiterrolle für einzelne Aufgaben aus der großen Sammlung. Andere Gemeinden machen das mit anderen Aufgaben“, erklärt der Rathauschef. Am Ende würden die Ergebnisse zusammengeführt. Für einzelne Gemeinden wäre die Arbeit an der Digitalisierung zu viel und zu kostenintensiv.

Neben technischen Lösungen gehe es auch darum, Abläufe anzupassen. Das erklärt Frank Nase am Beispiel der sogenannten schwarzen Bretter, also jener Glaskästen in Barleben und den Ortschaften, in denen die Gemeinde Hinweise und Informationen öffentlich aushängt. Das sei aktuell ein „unheimlich aufwendiger Akt“.

Digitalisierung spart Zeit und Ressourcen

Die betreffende Information müsse zunächst geschrieben und ausgedruckt werden, durch einen Boten in die jeweilige Amtsstube gebracht und gegengelesen sowie dann beim Verwaltungschef vorgelegt und dort abgestempelt werden. Auch für das Aushängen selbst werde ein Bote beauftragt, der auf einem Protokoll den Aushang vermerkt und so weiter und so fort… „Das kann künftig, sofern alles digitalisiert ist, mit nur wenigen Mausklicks direkt am Arbeitsplatz geschehen. Das spart Zeit und Ressourcen“, hebt Nase hervor.

Doch damit nicht genug. So müssen viele elektronischen Ämtergänge sowie Logbücher und Protokolle fälschungssicher gestaltet werden. „Und es muss alles auch rechtlich abgesichert sein“, betont der Rathauschef. Läuft alles wie geplant, können Bürger ab dem Jahr 2022 unter anderem ihre Personalausweise übers Internet bestellen.