Wolmirstedt l Kinder wachsen mit der digitalen Technik auf. Computer oder Smartphone gehören fast zur Grundausstattung der Familien. Diese Grundausstattung wünschen sich auch Schulleiter für ihre Schulen, doch bis es soweit ist, müssen sie sich noch gedulden.

Das Land hat ein 13-Millionen-Euro-Programm zur Förderung der Informations- und Kommunikationstechnologie in Schulen aufgelegt. Die Grundschulen der Stadt können hoffen, dass ihre Klassenräume bald mit Laptops ausgestattet werden. Die Stadt hat bereits Landesfördermittel beantragt. Zwar sei der Antrag erst einmal zurückgekommen, weil Anlagen der Ministerien fehlten, doch die werden angefordert und nachgereicht. Die Antragsfrist am 30. September soll eingehalten werden.

Hausaufgaben in Wolmirstedt gemacht

Stadt und Stadtrat haben bereits im Juni ihre Hausaufgaben gemacht und die erforderlichen Eigenmittel in Höhe von 27.250 Euro in den Haushalt eingestellt. Wird Wolmirstedt mit einer Förderung bedacht, stehen der Diesterweg-Grundschule 72.000 Euro zur Verfügung und der Gutenberg-Grundschule 37.000 Euro. Die Gutenberg-Schule bekommt die kleinere Summe, da dort eine grundsätzliche IT-Ausstattung schon durch die im Haus befindliche Gemeinschaftsschule vorhanden ist.

Doch auch wenn das Geld fließt, sind noch nicht alle Blütenträume gereift. Noch fehlt die schnelle Internetverbindung zu den Schulen. Deshalb ist Bürgermeister Martin Stichnoth derzeit mit der Telekom im Gespräch.

Mehr Geduld benötigen die Gemeinschaftsschulen und das Gymnasium. Diese Schulen liegen in der Trägerschaft des Landkreises Börde und der geht anders vor, als die Stadt. Ziel des Landkreises ist es, erst zum 31. März kommenden Jahres einen Antrag zu stellen. Lediglich drei Schulen sollen in den Genuss dieser Förderung kommen, nur für diese werden die erforderlichen Eigenmittel bereitgestellt.

Landkreis will Bedarfsanalyse

Der Landkreis möchte die Schulen in seiner Trägerschaft als Ganzes betrachten, deshalb wird es im September einen Workshop für alle Schulleiter geben. „Dort sollen die schulen ihre Vorstellungen hinsichtlich zukünftiger und nachhaltiger Medieneinsätze erörtern und entwickeln“, heißt es, „darüber hinaus sollen Schnittstellen zum Trägerkonzept, dass zur Schaffung einer standardisierten Infrastruktur abstellt, aufgezeigt werden.“ Das heißt im Klartext: Nicht jede Schule soll machen, was sie will, technisch wird eine gemeinsame Linie gefahren.

Erst nach einer Bedarfsanalyse sollen die Schulen ihre medienpädagogischen Konzepte erarbeiten. Das Technikkonzept wird unter der Federführung des Landkreises erstellt.

„Es ist sehr schade, dass wir nicht schneller zusammen kommen“, sagt Helmut Thiel, Schulleiter der Gemeinschaftsschule „Johannes Gutenberg“, „ich sehe, dass es in anderen Bundesländern mehr Dynamik gibt.“

Digitales Lernen heißt unter anderem, die auf Laptops installierten Lernprogramme sollen Kinder motivieren, ihre Aufgaben korrekt zu lösen oder Hilfe zu holen, falls ihnen das nicht gelingt. Das erhöhe die Selbstständigkeit beim Lernen und ermögliche den Kindern ein eigenes Lerntempo, sind sich die Befürworter einig.

Zu den Befürwortern gehört Doreen Haensch, Leiterin der Grundschule „Johannes Gutenberg“. Die sprach nach Kenntnis des Förderprogramms mehrmals im Stadtrat vor und warb für das digitale Lernen.