Jersleben l Für Ende Oktober ganz untypische Temperaturen herrschen an diesem Sonnabend. Die Sonne scheint und es weht ein laues Lüftchen. Nicht die allerbesten Voraussetzungen, um Drachen in die Lüfte steigen zu lassen. Tatsächlich müssen sich die „Piloten“ mühen, um ihre Fluggeräte tatsächlich zum Fliegen zu bekommen. Doch ganz unmöglich ist es nicht, wie Aiden Stietzel unter Beweis stellt. Sein Drachen, er gehört zudem zu den größten auf dem Platz, kann sich für mehrere Minuten in der Luft halten. Ganz mühelos lupft der Blondschopf am Faden, der den Drachen sichert.

Dass sein Fluggerät tatsächlich selbst gebaut wurde, soll Aiden noch zu Gute kommen. Hilfe bekam er zuvor von den Großeltern, die ihn bei der Konstruktion und beim Zusammenbau tatkräftig unterstützten. Die Fledermaus, sein Lieblingstier, hat Aiden aber ganz allein aufgemalt. Genau wie die Feuerschlange gleich darunter.

Auch Ida Leitels Drachen ist selbst gebaut. Der Papa hat ganz doll geholfen. „Eigentlich sind meine Lieblingsfarben ja rot und blau. Aber die hatten wir nicht. Jetzt ist er eben herbstlich geworden“, erzählt die Zehnjährige. An ihrer Seite ist Schwester Mila. Sie hat noch keinen eigenen Drachen dabei, weil sie mit ihren fünf Jahren noch zu klein ist, um solch ein Ungetüm aus Pappe und Holz fliegen zu lassen. Dafür wedelt sie ganz stolz mit einer Art Fahne herum. Sie besteht aus mehreren, angemalten Pappröhrchen und bunten Papierschlangen, die sich im Wind bewegen.

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Feuerwehr mit von der Partie

Wer keine Lust mehr auf das „Flugfeld“ hat, kann sich auch anders beschäftigen und zum Beispiel das TSFW, ein Tragkraftspritzenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Jersleben bestaunen. „Das hat einen 750-Liter –Wassertank“, erklärt Kamerad Heiko Stietzel. Gleich daneben wird es feucht. Hier haben die Mädchen und Jungen die Gelegenheit, mit der Handspritze Zielübungen zu machen. Ferner kann sich in der Hüpfburg ausgetobt werden. Die hat Gemeindepädagoge Steffen Niemann mitgebracht und aufgebaut.

Derweil verbreitet sich der Duft von gegrillter Bratwurst über den Platz. Verantwortlich hierfür sind Martin Bertram und Ronny Görsch. Wurst um Wurst und Boulette um Boulette wechseln vom heißen Garplatz in die Hände der Gäste.

„Auch wenn heute der Wind nicht so stark weht, wie gewünscht: Hauptsache ist doch, dass die Kinder sich bewegen“, sagt Ortsbürgermeister Nico Stietzel. Er findet die Veranstaltung gelungen. „Schön, so ein Fest verbindet doch“, freut sich der junge Ortsvorsteher.

Dann wird zur Siegerehrung gerufen. Die Kinder mit selbstgebastelten Drachen sollen sich bei der Jury einfinden. Alle warten ganz gespannt. Nach wenigen Minuten steht das Ergebnis fest: Weil das Fluggerät von Aiden Stietzel selbst gebaut und vor allem sich am längsten in der Luft gehalten hat, bekommt er die Siegerurkunde und einen Gutschein für ein Restaurant. Einfach hat der Steppke es nicht, ist sein Drachen doch fast so groß wie er selbst. Den zweiten Platz belegen die Ida und Mila Leitel. Über den dritten Rang dürfen sich die Geschwister Lukas und Jenna-Maria Lorenz freuen.