Wolmirstedt l Der symbolische Spatenstich für das Wohnquartier des Deutschen Roten Kreuzes geriet zu einer launigen Angelegenheit. Voller Zuversicht stachen Vertreter des Bauherren, des Planungsbüros, der Baufirmen, Bürgermeister und Landrat das Spatenblatt in die Erde. Am liebsten hätten sie wohl selbst die Baugrube ausgehoben, doch diese Arbeit übernehmen Maschinen. Die graben ihre Schaufeln ab dem 26. März in den Boden.

Das Deutsche Rote Kreuz ließ sich als Bauherr schnell identifizieren. Die Stiele der Spaten für den symbolischen Auftakt waren knallrot lackiert, leuchteten ebenso, wie das Symbol des Deutschen Roten Kreuzes. Die Gartenwerkzeuge wurden im Anschluss an den festlichen Akt an anwesende DRK-Mitarbeiter verschenkt.

60 barrierefreie Wohnungen

Die Baumaschinen beginnen mit ihrer Arbeit am Montag in gut einer Woche. Dann wird der Bauzaun aufgestellt, die Baustelle eingerichtet und anschließend die Baugrube ausgehoben. Dann wird der Untergrund hergerichtet und sobald der tragfähig ist, wird nach oben gebaut. Bauleiter Siegfried Bossog rechnet damit, dass es ab dem 9. Mai so weit sein wird.

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Die Fläche zwischen Triftstraße und Julius-Bremer-Straße wird ein ganz neues Gesicht bekommen. Der Gebäudekomplex gleicht in seiner Form in etwa einem U. Darin wird es über drei Etagen hinweg 60 barrierefreie Wohnungen geben. Auch Menschen, die auf Intensivpflege angewiesen sind, werden dort passende Bedingungen finden. Weiterhin werden 40 Tagespflegeplätze für Menschen bereitgestellt, die abends wieder in ihre Familien zurückkehren. Betreuung wird für alle Bewohner angeboten.

Einzug Ende 2019

Im vierten Quartal 2019 sollen Menschen einziehen können. „Die Liste der Anmeldungen ist lang“, freut sich Ralf Kürbis, Vorstand des Börde-DRK-Kreisverbandes über das große Interesse. Werner Schierhorn gehört zu diesen Interessenten und war zum symbolischen Spatenstich gekommen. „Meine Frau und ich haben uns schon 2016 beworben“, erzählt der 83-Jährige, „wir finden das Serviceangebot ansprechend. Und weil wir Probleme mit der Mobilität haben, möchten wir näher ins Stadtzentrum ziehen.“ Derzeit ist das Paar in der Straße der Deutschen Einheit zu Hause.

Das Deutsche Rote Kreuz investiert etwa acht Millionen Euro. Landrat Hans Walker (CDU) gratulierte zu diesem Mut, aus eigener Kraft zu investieren. „Das beweist die Bodenständigkeit in der Stadt und dass sich das Deutsche Rote Kreuz dem demografischen Wandel stellt.“

Pläne seit 2009

Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) zeigte sich über den offiziellen Baustart ebenfalls erfreut. Die Idee für diesen Bau steht schließlich schon lange im Raum. Erstmals fasste der Stadtrat 2009 einen Grundsatzbeschluss, der besagte, dass die Stadt das Gelände an das Deutsche Rote Kreuz verkaufen kann. Dann passierte lange Zeit nichts, so lange, dass dieser Grundsatzbeschluss wieder aufgehoben werden sollte. Doch das DRK war immer noch interessiert, inzwischen gab es sogar einen weiteren Interessenten mit einem ähnlichen Konzept. Aus diesem Wettbewerb ging das DRK jedoch als Sieger hervor. Das städtische Grundstück, auf dem einst die Kita „Pusteblume“ stand, wurde im vergangenen Jahr an das Deutsche Rote Kreuz übertragen. „Ihr werdet das schon hinkriegen“, gab der Bürgermeister dem Bauherren mit auf den Weg, „ihr werdet von den Wolmirstedtern getragen.“

Das DRK gehört zu den Hilfsorganisationen, die mehrere Bereiche in Wolmirstedt abdecken. Sie betreiben die Tafel und verteilen am Standort in der Heinrich-Heine-Straße Nahrungsmittel an Bedürftige. Auch die Kleiderkammer ist in diesem Gebäude untergebracht. Viele Mitarbeiter widmen sich der ambulanten Pflege, außerdem werden Flüchtlingsfamilien betreut. Das Deutsche Rote Kreuz ist überall auf der Welt aktiv, hilft bei sozialer Benachteiligung, Krankheit oder Katastrophen. Diese Hilfe komme jedem zuteil, heißt es in den Grundsätzen, unabhängig von Weltanschauung und Religion.