Barleben l Die Ecole-Stiftung hat ihr zehnjähriges Bestehen am Freitag mit einem Festakt gefeiert. Neben Vertretern der Schulgemeinschaft begrüßte Stiftungsratsvorsitzender Klemens Gutsmann in der Aula des Internationalen Gymnasiums „Pierre Trudeau“ auch Gäste aus Wirtschaft, Kultur und Politik.

„Das Besondere an dieser Schule ist die internationale Komponente“, sagte Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner in seinem Grußwort. Für die Zukunft sei es wichtig, eine gewisse Sprachkompetenz zu besitzen, aber auch „ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass wir uns nicht allein auf diesem Planeten befinden“, ergänzte er. Der gegenseitige Austausch sei die „Quelle von Wohlstand, Frieden und Freiheit für diese und kommende Generationen“, führte Tullner weiter aus.

Rede mit Spannung erwartet

Mit Spannung hatten die Vertreter der Stiftung und der Schulen erwartet, ob und wie sich der Bildungsminister zur Frage der künftigen finanziellen Unterstützung der Schulen in freier Trägerschaft äußert. „Der bisher regelmäßig und planbar zur Verfügung stehende Beitrag des Landes hat nicht unwesentlich zur Stabilität der Ecole-Schulen beigetragen“, erläuterte Stiftungsvorstand Thomas Grosse vorab. Wie Tullner erklärte, würden sich die aktuellen Verhandlungen schwierig gestalten. Wenn alles klappt, solle jedoch kommenden Dienstag der Haushalt stehen und die Finanzressourcen für die nächsten zwei Jahre beinhalten. „Sie können Vertrauen und Verlässlichkeit von der Landesregierung erwarten“, sagte der Minister.

Zu Gast war am Freitag auch Sven Schulze, Mitglied des Europäischen Parlaments. Das Konzept der Schulen gefalle ihm sehr und das Thema Weltoffenheit imponiere ihm besonders, sagte er. „Es ist extrem wichtig, Sprachen zu sprechen und sich verständigen zu können“, fügte der Abgeordnete hinzu und lobte das Engagement aller Beteiligten. „Die Schule spielt in der Champions League der Schulen in Sachsen-Anhalt mit“, lobte Schulze.

Auszeichnung verliehen

Als Höhepunkt der Veranstaltung verlieh Cyril Blondel, Vertreter der französischen Botschaft in Berlin, dem Gymnasium und der Grundschule „Pierre Trudeau“ das begehrte Label „Franc Éducation“. Dieses wurde 2012 vom französischen Außenministerium ins Leben gerufen und zeichnet Schulen weltweit aus, die zur Verbreitung der französischen Sprache und Kultur beitragen. Laut Thomas Grosse sind die Ecole-Schulen in Sachsen-Anhalt die einzigen im Besitz dieses Labels. „Die Grundschule konnte es verteidigen, dem Gymnasium ist es erstmals erfolgreich gelungen“, erklärte der Vorstand.

Das Festprogramm umrahmten musikalische Beiträge der Schulchöre und des Orchesters. Nach Festrede und Danksagungen hatten die Gäste beim Sektempfang die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen.