Wolmirstedt l Glindenberg soll wachsen. Auf einer Fläche von zwei Hektar sollen westlich der Breiten Straße 24 Eigenheime gebaut werden. Erschließungsträger ist die Dr. Sporkenbach Baukonzept GmbH.

Bevor die Bagger anrollen, müssen die Pläne von Stadtrat und Verwaltung abgesegnet werden. Das Gelände befindet sich außerhalb der Ortslage Glindenbergs, deshalb ist eine Bebauung erst einmal nicht zulässig. Das soll sich jedoch in Kürze ändern, da dieses Areal im Flächennutzungsplan als Wohngebiet ausgewiesen ist.

Großer Bedarf vorhanden

„Es gibt einen großen Bedarf, in Glindenberg zu bauen“, weiß Klaus Hartkopf, der das Projekt mit angeschoben hat. Das sei auch im wachsenden Gewerbegebiet Magdeburg-Rothensee begründet. „Viele der dort beschäftigten Menschen möchten in der Nähe ihrer Arbeitsstelle leben.“ Gerade für junge Familien zähle auch, dass es eine Kita und einen Hort in Glindenberg gibt.

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Der Bauboom ist auch in anderen Wohngebieten erkennbar. Der Elbeuer „Sonnenblick“ füllt sich rasant, ebenso das Wolmirstedter Wohngebiet Lindhorster Weg. Dort sind die ersten drei Bauabschnitte belegt, für den 4. Abschnitt, den Goldregenweg, sind die Erschließungsarbeiten abgeschlossen. Erschließungsträger Günter Lauenroth weiß: „Dort kann jetzt mit der Bebauung begonnen werden.“ Mehr als ein Drittel der 32 Parzellen sei bereits verkauft, weitere Interessenten stehen in den Startlöchern. „Sobald das Wetter es zulässt, werden wir die Straße im dritten Bauabschnitt, dem Lupinenweg, ausbauen.“

Baufahrzeuge rücken von hinten an

Eine Straße wird es auch im neuen Glindenberger Wohngebiet „West“ geben. Die Zufahrt zum Wohngebiet wird über die Breite Straße erfolgen, in etwa der Höhe der Kirche, zwischen den Grundstücken Breitestraße 36 und 37. Allerdings soll es dort keinen Durchgangsverkehr geben, das neue Wohngebiet soll in sich geschlossen sein.

Anders wird in der Erschließungsphase verfahren. Die Baufahrzeuge werden quasi von hinten über die landwirtschaftlichen Wege und die Neue Straße anrücken, sodass die Anwohner der Breitestraße nicht übermäßig durch den Baustellenverkehr belästigt werden. Dieser hintere Weg wird sowohl genutzt, um die Versorgungsleitungen wie Wasser, Strom, Abwasser und Telefon zu verlegen, als auch für die Baufahrzeuge, die in der Rohbauphase der Häuser dieses Gebiet frequentieren.

Radweg nicht im Konzept

Die Häuser werden unter anderem mit Ladestationen für Elektroautos versehen. Ein anderes Verkehrsmittel hingegen findet noch nicht die von den Glindenbergern gewünschte Beachtung: das Fahrrad.

Der Landkreis Börde hat gerade sein neues Radwegekonzept vorgelegt, eine Verbindung zwischen Glindenberg und Rothensee ist darin nicht vorgesehen.

Das ärgert den Glindenberger Ortsrat Thomas Schlenker (Grüne) gewaltig. „Der seit Anfang der 90er Jahre von den Glindenbergern immer wieder geforderte 1700 Meter lange, straßenbegleitende Radweg entlang der Kreisstraße 1170 vom Mittellandkanal zur Stadtgrenze Magdeburg-Rothensee, erscheint nicht einmal namentlich im zukünftigen Radwegekonzept. Und das, obwohl immer mehr Glindenberger mit dem Fahrrad über das gefährliche Teilstück ins Industriegebiet Rothensee oder ins nördliche Magdeburger Stadtgebiet zur Arbeit fahren.“

Landkreis macht Hoffnung

Als Landrat Martin Stichnoth (CDU) noch Bürgermeister von Wolmirstedt war, hatte er stets versichert, dieses Teilstück bei der Radwegeplanung im Blick zu haben. Nun taucht es allerdings tatsächlich nicht auf.

Noch seien nicht alle Messen gesungen, heißt es dazu sinngemäß aus dem Landkreis. So ein Konzept werde nach bestimmten Kriterien erarbeitet und diese Kriterien treffen für die Verbindung Glindenberg-Magdeburg nicht zu. Im Einzelfall werde trotzdem geschaut, inwieweit diese Straße ins Radewegekonzept aufgenommen werden kann.

Kein eigener Supermarkt

Allerdings schaut der Landkreis indes bereits in eine andere Richtung. Unter der Federführung Magdeburgs wird eine Konzeption für Radschnellwege erarbeitet. Der Landkreis Börde arbeitet mit. Womöglich werde die Verbindung zwischen Glindenberg und Magdeburg in diesem Plan auftauchen.

Verzichten müssen die Glindenberger vorerst auch auf einen eigenen Supermarkt. So einer sei erst ab einer Einwohnerzahl von 2000 Menschen interessant, erklärte der Glindenberg-West-Investor Detlef Sporkenbach. Fakt ist: Noch kratzt Glindenberg nicht mal an der 1000-Einwohner-Marke.