Barleben l Morgens um 7.30 Uhr strömen zum Schulsport die Ersten in die Mittellandhalle. Am Nachmittag nutzen vor allem Vereine den riesigen Komplex, zu dem unter anderem zwei Drei-Feld-Hallen samt Nebenräumen, drei Gymnastikräume, ein Clubraum und ein Gemeindesaal gehören. Unter der Woche dauert der Betrieb bis zum späten Abend, teilweise erlöschen die letzten Lichter erst um 23 Uhr.

Entsprechend höher ist im Vergleich zu anderen kommunalen Gebäuden in Barleben auch der Stromverbrauch. Allerdings, erklärt Katrin Röhrig, zuständig für Gebäudemanagement und Wirtschaftshof in der Gemeinde, produziere die Mittellandhalle auch selbst Strom und Wärme – und zwar durch ein eigenes kleines Blockheizkraftwerk – kurz: BHKW. Dieses ist seit Mai 2013 in Betrieb.

Wärme wird gespeichert

Im Jahr 2017 beispielsweise sei so sogar mehr Strom eingespeist, als aus dem Netz gezogen worden. In Zahlen bedeutet das: 142.463 Kilowattstunden wurden aus dem Stromnetz gezapft und im Gegenzug 242.238 Kilowattstunden eingespeist. Die Stromkosten beliefen sich auf rund 34.880 Euro, die Höhe der sogenannten Einspeisevergütung lag hingegen bei circa 40.680 Euro. Um die Energie zu erzeugen, nutzt das BHKW Gas. Die Kosten dafür beliefen sich 2017 auf rund 71.480 Euro.

„Weil wir ein BHKW nach dem Energiesteuergesetz betreiben, können wir auch eine Steuerbefreiung beantragen“, erläutert Katrin Röhrig. Die Gemeinde erwarte für 2017 beispielsweise eine Rückzahlung von etwas mehr als 10.000 Euro, ergänzt die Bereichsleiterin. Im Jahr 2018 standen wiederum Stromkosten in Höhe von etwa 36.660 Euro einer Einspeisevergütung von circa 34.200 Euro gegenüber. Die Kosten für das Gas beliefen sich auf insgesamt rund 53.850 Euro. Es handelt sich jedoch noch um vorläufige Zahlen.

Erzeugt das kleine Blockheizkraftwerk mehr Wärme, als gerade benötigt wird, „lagert“ es sie in einem Pufferspeicher zwischen. Daneben gebe es noch die „alte Heizung als Hosenträgervariante, falls das BHKW nicht ausreichen oder eine Störung vorliegen würde“, ergänzt die Verwaltungsmitarbeiterin. Wenn zu viel Strom produziert wird, werde er ins Stromnetz abgegeben, erklärt Katrin Röhrig. Im Umkehrschluss werde immer dann zusätzlich Strom aus dem Netz gezogen, wenn der Bedarf die eigene Produktion durch das BHKW übersteigt.

Die Mittellandhalle sei jedoch nicht nur deshalb mit einem eigenen Blockheizkraftwerk ausgestattet worden, um den eigenen Stromverbrauch zu sichern, erklärt Katrin Röhrig weiter. Es sei zudem auch als mögliches Katastrophenzentrum konzipiert worden – beispielsweise im Falle eines Stromausfalls.