Dahlenwarsleben l „Uns ist die Dramatik des Haushaltsdefizits unserer Gemeinde voll bewusst. Deshalb wollen wir als Räte unseren Beitrag leisten“, erklärte Andreas Leonhardt zu seinem Antrag eingangs der Beratungen über die Änderung der Entschädigungssatzung. Deshalb würden er und seine Ratskollegen „gern Abstand nehmen von hohen Diäten“. Der Vorstoß komme nicht nur von ihm selbst. Vielmehr sei der Antrag das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Fraktion der Freien Wähler, insbesondere Roland Küllertz.

Im Detail soll die Aufwandsentschädigung der Gemeinderäte von 52 Euro monatlich auf 40 Euro reduziert werden und das Sitzungsgeld von 13 auf 10 Euro. Auch die zusätzliche Aufwandsentschädigung des Gemeinderatsvorsitzenden würde von 52 Euro auf 40 Euro schrumpfen, die Aufwandsentschädigungen für Ausschussvorsitzende von 26 auf 20 Euro. Auch das Sitzungsgeld für Ausschussmitglieder sinke dann von 13 auf 10 Euro.

Vom Land vorgegebene Obergrenze

Doch der Antrag der Fraktionen reichte noch weiter. So sollte auch der gesamte Paragraf 5 der entsprechenden Satzung gestrichen werden. Somit würden die Fraktionsvorsitzenden künftig auf die zusätzliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 26 Euro monatlich und die Mitglieder des Gemeinderates auf eine Entschädigung für die Teilnahme an Fraktionssitzungen in Höhe von 13 Euro monatlich verzichten.

Letztendlich haben die anwesenden Gemeinderäte einstimmig für den Antrag der Großfraktion und der FWG gestimmt.

„Im Gegenzug sind wir dafür, dass die Entschädigungen für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehren ansteigen. Das habt ihr euch verdient“, sagte Leonhardt in Richtung jener Kameraden, die als Gäste in der Ratsversammlung anwesend waren. Bei den Pauschalbeträgen würde sich an die vom Land Sachsen-Anhalt gesetzten Obergrenzen gehalten, „mehr ist nicht möglich“, sagte das Ratsmitglied.

Monatlich 120 Euro

Demnach wird der Gemeindewehrleiter künftig mit monatlich 120 Euro entschädigt, sein Stellvertreter mit 75 Euro pro Monat. Das gleiche Salär bekommt ein Ortswehrleiter, sein Stellvertreter wird mit 37,50 Euro entschädigt. Ein Ortswehrleiter einer kleineren Wehr bekommt künftig 60 Euro, sein Stellvertreter sowie Gerätewarte jeweils 30 Euro. Neu aufgenommen in der Satzung wurde der Gerätewart „Bekleidung und Ausrüstung – BA“. Dieser Bereich soll künftig für alle Wehren der Gemeinde zentral in der „BA-Kammer“ im Feuerwehrgemeinschaftshaus in Klein Ammensleben verwaltet werden. In der Vergangenheit erfolgte die Betreuung dieses Bereiches über einen stellvertretenden Gemeindewehrleiter. Nun hat ein Kamerad aus Samswegen diese Aufgabe übernommen, die mit anderen Gerätewarten gleichgesetzt werden soll. Somit wird diese Aufgabe künftig ebenfalls mit 30 Euro entschädigt.

Ortschaftsräte geben Richtung vor

Damit folgen die Räte im Großen und Ganzen einem monatelangen politischen Diskurs. So hatten die Ortschaftsräte von Dahlenwarsleben beispielsweise dem Gemeinderat empfohlen, auf sämtliche Erhöhungen von Entschädigungen für Gemeinderäte zu verzichten. Alle weiteren Ortschaftsräte in der Niederen Börde sprachen sich fast einhellig für die Erhöhung der Saläre für die Feuerwehrmitglieder aus.

Mitglieder eines Ortschaftsrates mit bis zu 500 Einwohnern werden übrigens mit 9 Euro entschädigt. Hat der Ort mehr als 500 Einwohner, gibt es 14 Euro. Ein Ortsbürgermeister erhält je nach Ortsgröße eine Entschädigung zwischen 154 und 389 Euro.