Wolmirstedt l Oskar Rayling strahlt. Der Glindenberger hatte sich schon sehr auf die Schule gefreut. Am Sonnabend durfte er endlich den ABC-Hut aufsetzen, den Schulrucksack schnappen und das erste Mal zusammen mit seinen neuen Mitschülern als echter Erstklässler in die Adolph-Diesterweg-Grundschule marschieren. Die feierliche Einschulung wurde in der Halle der Freundschaft ausgerichtet. Dazu durfte er vier Gäste mitbringen.

„Anders können wir die Abstandsregeln nicht einhalten“, erklärt Schulleiterin Ines Vogler. Aus diesem Grund bekam auch jede der drei Klassen der Diesterweg-Grundschule ihre eigene Einschulungsfeier. Während der feierlichen Zeremonie saßen die vier Familienmitglieder der Einschüler jeweils im Abstand zu den anderen Familien auf den Zuschauerbänken. Die Einschüler nahmen im Hallenbereich Platz. Drei Einschulungsfeiern der Diesterweg-Grundschule bedeutete auch, die Drittklässler haben ihr Programm dreimal aufgeführt, Ines Vogler hat ihre Rede dreimal gehalten.

Von einer Ermüdung spürten die Besucher allerdings nichts. Jede der drei Einschulungen war feierlich gestaltet, niemand kam sich zu nahe. Deshalb war es auch fast nicht notwendig, eine Alltagsmaske zu tragen. Lediglich als die Drittklässler den ABC-Schützen hübsche Sonnenblumen überreichten, bedeckten sie Mund und Nase, denn beim Überreichen konnten sie den Mindestabstand von anderthalb Metern nicht einhalten.

Auch die Grundschule „Johannes Gutenberg“ wich für die Einschulungsfeier in die Halle der Freundschaft aus. Sie nahmen ihre Erstklässler ab 14 Uhr in ihre Mitte auf, denn die Vormittagsstunden waren durch die drei Durchgänge der Diesterweg-Grundschule besetzt worden. Wegen der Nachmittagsstunde haben sich „Gutenbergs“ außerdem entschlossen, alle Erstklässler gemeinsam einzuschulen. „Sonst wäre die letzte Veranstaltung am späten Nachmittag gewesen“, sagt Schulleiterin Doreen Haensch, „das wollten wir vermeiden.“

Damit auch bei der Gutenberg-Einschulungsfeier der Abstand auf der Besuchertribüne gewahrt blieb, durfte jedes Gutenberg-Kind drei Gäste mitbringen. Wie zuvor bei den Kindern der Diesterweg-Grundschule, warteten die anderen Familienmitglieder und Freunde draußen auf ihre ABC-Schützen.

Der Schulbeginn ist nicht nur für die Kinder ein Neuanfang, sondern auch für die Eltern. Zusammen mit ihrem Nachwuchs starten auch sie in einen neuen Lebensabschnitt. Neben Freude und Stolz mischten sich weitere Gefühle in den Tag.

„Loslassen ist ziemlich schwer“, gesteht die Glindenbergerin Manuela Schwenecke. Anton wird ab jetzt mit dem Bus zur Schule fahren. Allerdings ist er nicht allein. Viele seiner Glindenberger Freunde werden den selben Weg nehmen.

Seine erste Zeit im neuen Klassenraum meisterten Anton, Oskar und die anderen jedenfalls schon im Rahmen der Einschulungsfeier sehr souverän. Während Schulleiterin Ines Vogler in der Halle der Freundschaft zu den Eltern sprach, nahmen Klassenlehrerin Nancy Schärf und Horterzieherin Katrin Walter die frisch eingeschulten Erstklässler mit in den Klassenraum.

„Ihr findet bestimmt euren Platz.“ Nancy Schärf ermutigte die Kinder, nach ihrem Namen auf kleinen Schildchen zu suchen. Wer nicht sofort fündig wurde, bekam Hilfe.

Diese Hilfe wird in der ersten Schulzeit ohnehin vonnöten sein. Dafür hat sich die Klassenlehrerin einen kleinen Plüschhund an die Seite geholt. Er heißt Walter und wird die Kinder in der Einschulungsphase als Maskottchen begleiten, zum fleißigen Lernen motivieren.

Klassenhund Walter fügt sich in die Bauernhoftiere ein, die auch das Lesenlernen erleichtern werden, denn mit Hühnern, Enten und Schweinen kann jedes Kind etwas anfangen. Das zeigten die Kinder bereits beim ersten Lied, das sie gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin sangen, auch darin ging es um Bauernhoftiere und die Kinder sangen eifrig mit.

Dann war die allererste Schulstunde vorbei, bis auf die letzte Übung. Die lautete: Mappe packen. Arbeitsblätter mussten darin Platz finden, aber auch ein Sportbeutel, den Roger Altenburg bereits zuvor in der Halle der Freundschaft überreicht hatte.

Der Gitarrenlehrer kümmerte sich einerseits um den richtigen Ton, hatte andererseits aber auch besagten Turnbeutel im Gepäck, der zusammen mit den Unternehmen AWG und SBB für jedes Schulkind gepackt worden war.

Zurück auf dem Schulhof, wartete auf die ABC-Schützen bereits die nächste Aufgabe. Zunächst posierten sie gemeinsam für die Kameras und Smartphons der Eltern, dann hieß es, in der großen Menschentraube die eigene Familie zu finden und die Schultüte in Empfang zu nehmen.

Oskar lächelte sich samt echter ABC-Schützenzahnlücke selbst von der Schultüte entgegen, andere Schultüten waren mit Glitzersteinen und bunten Bildern bestückt. Die Freude über diese Einschulungfeier, die Schultüte, auf das anschließende Familienfest wurde in unzähligen Fotos für die Familienalben festgehalten.

Lotte Reinhardt machte ihrem kleinen Bruder Mats für die kommende Zeit ausschließlich Mut: „Hier in der Schule gibt es viele Freunde und der Spielplatz ist groß.“ Sie muss es wissen, denn sie besucht bereits die vierte Klasse.

Für die Autofahrer heißt es ab heute besonders: Achtsam sein, denn ab jetzt sind die ABC-Schützen unterwegs.

Weitere Bilder von der Einschulung zeigen wir auf der Seite 11.