Colbitz l „Katze auf Baum“, so das Alarmstichwort für die Freiwillige Feuerwehr Colbitz. Vier Einsatzfahrzeuge verließen bereits wenige Sekunden nach der Alarmierung das Gerätehaus und fuhren zur Einsatzstelle. Doch diesmal war es etwas anders als sonst.

14 Jugendliche in 4 Fahrzeugen

Bereits bei der Anfahrt zogen die Feuerwehrleute staunende Blicke auf sich. Das lag nicht etwa am Hubsteigerfahrzeug, das normalerweise bei der Werksfeuerwehr K+S Zielitz seinen Dienst verrichtet. Nein, es war das Durchschnittsalter der Einsatzkräfte, das weit unter 18 Jahren lag. Die Jugendfeuerwehr Colbitz absolvierte den ersten Berufsfeuerwehrtag in ihrer Geschichte Gleich 14 Jugendliche erfuhren, wie es ist, in die Rolle eines Feuerwehrmannes zu schlüpfen.

Bereits um 8 Uhr war Dienstbeginn für die Mädchen und Jungen. Kurz nach dem gemeinsamen Frühstück überraschte der erste Einsatz dieser 24-Stunden-Übung die angehenden Retter. Mittels Hubsteiger konnte die Katze schließlich vom Baum gerettet werden. Nach dem Einrücken in das Gerätehaus gab es aber keine Spur von Pause. Wie im normalen Dienstbetrieb hieß es als erstes, die Einsatzmittel und Fahrzeuge nachzubereiten, um für den nächsten Ernstfall gewappnet zu sein.

Übung dauert 24 Stunden

Nach einer kurzen Pause stand dann Theorieausbildung auf dem Dienstplan. Hier frischten die Jugendlichen ihr Wissen rund um das Aufgabenspektrum der einzelnen Einsatztrupps auf. Kurze Zeit später ertönte der Alarmgong über die Lautsprecher im Gerätehaus. Über den Einsatzmonitor und eine speziell eingerichtete Leitstelle erfuhren die jungen Kameraden Details zu ihrem nächsten Einsatz. „Fischsterben im Ortsteich“, lautete die Meldung.

Rund eine Stunde dauerte der Einsatz, bei dem frisches Wasser und dadurch auch Sauerstoff dem Teich zugeführt wurden. Im Gerätehaus zurück gab es die gemeinsame Mittagsverpflegung. Nach einer kurzen Ruhephase stand dann Sport auf dem Dienstplan. Die Jugendlichen konkurrierten in zwei Teams beim Zweifelderball.

Leider konnte dabei kein Gewinner ermittelt werden, denn die Leitstelle meldete eine neue Alarmierung. Es ging zur Brandmeldeanlage im Volkshaus in Colbitz. Hier sollten die Jugendlichen lernen, wie man das Bedienfeld einer Brandmeldeanlage nutzt, um schnellstmöglich den Brandherd zu finden. Eine anschließende Lageerkundung des Gruppenführers ergab, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.

Rettung "bewussloser" Person

Kurz vor Abschluss des Einsatzes erfolgte dann durch die Leitstelle eine weitere Einsatzmeldung: „Auslaufende Flüssigkeiten nach Verkehrsunfall“. Im Colbitzer Gewerbegebiet fanden die Jugendlichen ein verunfalltes Fahrzeug mit einer bewusstlosen Person. Durch gezielte Handgriffe befreiten sie die hilflose Person aus dem Fahrzeug und begannen mit der Erstversorgung. Parallel zu dieser Rettungsaktion mussten auch ausgelaufene Flüssigkeiten mittels Ölbindemittel aufgenommen werden. Nach über 60 Minuten war der Einsatz beendet.

Bei Kaffee und Kuchen erholten sich die Jugendlichen von den vorangegangenen Einsätzen. Anschließend stand eine Ausbildung mit der Wärmebildkamera auf dem Dienstplan. Die Jugendlichen erlernten den Umgang mit der Wärmebildkamera bei brennenden Objekten oder beim Auffinden von vermissten Personen bei Nacht. Das konnten sie an diesem Abend noch anwenden, denn es gab noch einen Brand zu bekämpfen und zwei vermisste Jugendliche nach einer Nachtwanderung aufzufinden.

Danach kamen die Nachwuchsfeuerwehrleute zu ihrer wohl verdienten Nachtruhe. Jugendwart Silvio Hillert zog abschließend ein Resümee der vergangenen 24 Stunden, lobte die Einsatzbereitschaft und wertete die Übung aus.