Groß Ammensleben l Die jüngste Sitzung des Ortschaftsrates in Groß Ammensleben war überdurchschnittlich gut besucht. Das Interesse der Einwohner zog vor allem ein Tagesordnungspunkt auf sich: die erneute Debatte um den Standort für ein geplantes neues Feuerwehrgerätehaus im Ort.

Im Februar hatte der Gemeinderat bereits darüber abgestimmt und sich mehrheitlich für ein Areal auf dem Gelände des Kleingartenvereins am Ortsrand von Groß Ammensleben ausgesprochen. „Der Gemeinderat hatte zur Umsetzung der aktuellen Anforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes in seiner jüngsten Sitzung bereits positive Signale für den Neubau in Groß Ammensleben gesetzt“, betont Ortsbürgermeister Rüdiger Pfeiffer.

Standort bei Nibra favorisiert

Nach dem Ratsbeschluss hatte Gemeindebürgermeister Stefan Müller jedoch Widerspruch eingelegt, weil sich der gewählte Standort nachteilig für die Gemeinde auswirken würde, hieß es dazu aus der Verwaltung ohne nähere Informationen. Die Feuerwehr würde das neue Gebäude auch lieber auf einem Grundstück gegenüber der Firma Nibra errichten lassen.

Um die Kriterien für die verschiedenen Standorte noch einmal abzuwägen, hatte Ortswehrleiter Martin Kutscha für den Ortsrat eine Präsentation vorbereitet. Stünde das Gerätehaus auf dem Kleingarten-Areal, also relativ weit vom Ortskern entfernt, bestünde demnach die Gefahr, dass gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten werden könnten. Beispielsweise könnte die sogenannte Hilfsfrist von zwölf Minuten – also die Zeit, die zwischen der Alarmierung und dem Eintreffen der Kameraden am Einsatzort maximal verstreichen darf – möglicherweise nicht eingehalten werden. Ein weiterer Aspekt, auf den Bürgermeister Stefan Müller zuvor bereits im Gemeinderat hingewiesen hatte, sind die Zuwegungen. Davon seien zwei notwendig. Der Verwaltungschef befürchtete, dass eine zweite Zuwegung nicht genehmigt werden könnte.

Erneute Abstimmung beantragt

Ein dritter Punkt, der am Montag zur Sprache kam, war die Löschwasserversorgung. Da für das Wohngebiet nahe des Nibra-Grundstücks momentan nicht im Übermaß Löschwasser in der Nähe zur Verfügung stünde, wäre ein zusätzlicher Feuerlöschteich dort von Vorteil.

Eine rege Diskussion in der Sitzung des Ortsrates führte letztendlich zu dem Ergebnis, „dass der Standort für das Feuerwehrgerätehaus im Dreieck zwischen Magdeburger Straße, B71 und Gatzweg der effektivste wäre“, fasst Rüdiger Pfeiffer zusammen. Das Gremium fasste schließlich einstimmig den Beschluss, den Antrag zu stellen, dass im Gemeinderat erneut über den Standort abgestimmt wird – mit der Empfehlung, auf dem Grundstück gegenüber von Nibra zu bauen.