Leukämie

Feuerwehrleute in Glindenberg sind bereit für die Typisierung zugunsten ihres Kameraden

Was die Bürger heute bei der Typisierungsaktion für den leukämiekranken Kameraden erwartet

Glindenbergs Feuerwehrleute (v.l.) Frank Schulze, Ortswehrleiter Andy Opitz, Fördervereinsvorsitzender Dietmar Fritze, Ortsbürgermeisterin Gerhild Schmidt sowie Matthias Kühne hoffen auf viele Bürger, die zur Typisierung kommen. Bei der Partnerfeuerwehr Philippsthal kamen über 70 Bürger.
Glindenbergs Feuerwehrleute (v.l.) Frank Schulze, Ortswehrleiter Andy Opitz, Fördervereinsvorsitzender Dietmar Fritze, Ortsbürgermeisterin Gerhild Schmidt sowie Matthias Kühne hoffen auf viele Bürger, die zur Typisierung kommen. Bei der Partnerfeuerwehr Philippsthal kamen über 70 Bürger. Foto: Gudrun Billowie

Wolmirstedt - Von Gudrun Billowie

Glindenberg l Blitzblank zeigt sich das Glindenberger Feuerwehrgerätehaus. Die Böden sind geschrubbt, Tische und Bänke desinfiziert, der Rasen ist gemäht. Zwei Teststrecken sind eingerichtet, eine für Autofahrer, eine für Fußgänger. Dort werden am heutigen Sonnabend, 15. Mai, von 9 bis 17 Uhr Mitarbeiter der Blutbank der Magdeburger Universitätsklinik Speichelproben von Freiwilligen entnehmen. Diese Proben sind die Grundlage, um Stammzellen zu typisieren, damit bei Bedarf Knochenmarkspender ermittelt werden.

Feuerwehrmann Heinz Klang leidet seit über einem Jahr an Leukämie

Im Moment ist so eine Spende bitter nötig. Der Glindenberger Feuerwehrmann Heinz Klang ist lebensbedrohlich an Leukämie erkrankt. Seit über einem Jahr kämpfen er und die Ärzte gegen den Krebs, nach Chemotherapien und anderen Behandlungen ist klar: Er braucht dringend eine Knochenmarkspende.

Dafür haben die Glindenberger Kameraden die Typisierungsaktion organisiert. Falko Söchtig hat den Kontakt zur Uniklinik hergestellt. Ursprünglich sollte die Aktion im März starten und Blutproben entnommen werden. Doch wegen der hohen Corona-Inzidenzzahlen war die Aktion auf den heutigen 15. Mai verschoben und zu einem Speicheltest umgewidmet worden.

Spender müssen zwischen 18 und 45 Jahre alt sein

Typisieren lassen kann sich jeder, der zwischen 18 und 45 Jahre alt ist und keine Krankheiten wie Hepatitis B, Rheuma oder Malaria hat. Bürger die mit dem Auto kommen, können zu viert im Fahrgastraum sitzen bleiben, coronakonform natürlich. Die Speichelprobe wird entnommen, sobald die Scheibe heruntergekurbelt ist. Ganz wichtig: Der Personalausweis muss vorliegen.

Die Autos werden auf den Rasenparkplatz geleitet, Fußgängern wird die Probe in der Fahrzeughalle entnommen. Die Kameraden haben beide Einbahnstraßensysteme hergerichtet.

„Ich bin sehr stolz auf meine Feuerwehrleute“, schwärmt Ortsbürgermeisterin Gerhild Schmidt, „sie können wegen Corona kaum zusammenkommen und müssen trotzdem einsatzbereit sein. Toll, dass sie auch diese Aktion auf die Beine stellen.“

Die Ortsbürgermeisterin ist über 45 Jahre alt, kann sich also nicht typisieren lassen. Dafür wird sie einen großen Schein in den Feuerwehrsparhelm stecken, der den ganzen tag bereitsteht. „So eine Typisierung braucht Geld, Spenden sind willkommen.“

Spender können auch anderen helfen

Ortswehrleiter Andy Opitz hofft, dass viele Bürger kommen. Bei der Partnerfeuerwehr in Philippsthal kamen über 70. „Selbst wenn kein spender für Heinz dabei ist, wird vielleicht ein Spender für einen anderen Kranken gefunden.“

Heinz Klang wird gerade wieder im Krankenhaus behandelt, voller Hoffnung, dass eine Spende möglich ist. Der 57-Jährige ist seit 40 Jahren Feuerwehrmann. „Ich habe schon so vielen Menschen geholfen, jetzt bis ich froh, wenn mir geholfen wird.“