Wolmirstedt l Effektiv bietet das BFZ im Corona-Sommer nur eine durchgängige Aktionswoche an – und die läuft gerade. Danach stecken die Mitarbeiter ihre Energie in die Vorbereitung von Klassenfahrten und ähnliche Veranstaltungen für das neue Schuljahr. Wegen einer Planinsolvenz, die allerdings laut Geschäftsführer Gunther Schöndube recht positiv verläuft, waren die Planungen etwas ins Schlingern gekommen. Mit der Konzentration auf den Standort Wolmirstedt soll dieser aber erhalten und das Verfahren in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Das erste Signal für die Kinder und ihre Eltern war die Öffnung des großen Spielplatzes auf dem Gelände des BFZ. Ein weiteres Zeichen ist die Aktionswoche, die die Ferienkinder in der Ohrestadt absolvieren.

Diese führte die Teilnehmer unter anderem zum örtlichen Museum. Dort wurden sie von Museumsmitarbeiter Jörg Bonewitz und dem ehrenamtlich tätigen Schmied Günter Töpfer empfangen. Die beiden machten die Kinder mit alten Handwerksberufen und der dazugehörigen Technik näher bekannt. „Wir arbeiten schon lange mit dem BFZ zusammen“, sagte Töpfer. „Gerade solche Vorführungen machen mir besonderen Spaß, da die Kinder immer ganz begeistert sind.“ Zumal sie dabei auch selber Hand anlegen dürfen, denn Günter Töpfer hatte direkt vor dem Museum eine alte Feldschmiede aufgebaut und bearbeitete mit seinen neugierigen Besuchern das Eisen. Jeder Teilnehmer durfte sich nicht nur die Spitze für einen Schürhaken selber anfertigen, sondern am Ende auch mit nach Hause nehmen.

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Kinder in historischen Gewändern

Zusätzliche Motivation gab es dadurch, dass die Kinder allesamt in historische Gewänder gehüllt waren. Die entsprechenden Schutzutensilien durften ebenfalls nicht fehlen. Töpfer erläuterte so ganz nebenher die historischen Zusammenhänge. „So eine Feldschmiede verkörpert die tatsächlichen Abläufe in früheren Zeiten“, sagte er. „Die Schmiede sind nämlich zu den Bauern gekommen und haben direkt vor Ort Aufträge erfüllt.“

Jörg Bonewitz machte die Besucher mit Tischlerei-Maschinen bekannt und führte diese auch vor. Gerade die Auswahl und die Präsentation alter Berufe und Techniken ist eine der Stärken im Wolmirstedter Museum. Das finden auch die beiden Betreuer des BFZ, die die 14 Kinder begleitet haben. Ihre Schützlinge hatten sichtlich Spaß bei der Sache. „Am Montag waren wir auf einer Radtour bis zum Wasserstraßenkreuz der Elbe und des Mittelandkanals“, erzählte Alexander Scheil, der die Betreuung mit seinem Kollegen Basch Alkurdi übernommen hatte.

Weiter geht es mit einem Sportfest für die Teilnehmer und einer Stadtrallye. Zum Abschluss wird gegrillt. Zwischendurch gibt es einige Workshops und den Besuch des Freibades. „Das BFZ bietet gute Möglichkeiten“, sagte Scheil. „Wir machen viel gemeinsam an der frischen Luft.“

Zentrum wurde 1990 gegründet

Das Bildungs- und Freizeitzentrum gibt es seit dem 15. Dezember 1990 – gegründet als Nachfolgeeinrichtung des Schul- und Kulturamtes des Landkreises Wolmirstedt. Im Jahr 1991 übernahm der eingetragene Verein BFZ die Trägerschaft. Der Trägerwechsel zur paritätischen Integral gGmbH erfolgte 2007.

Mit einer Übernachtungskapazität von 60 Betten bietet die Einrichtung Bildungsangebote in Form von Arbeitsgemeinschaften, Kursen, thematischen Seminaren und Projekten für Kinder- und Jugendgruppen sowie Schulklassen. Die offene Jugendarbeit basiert vor allem auf den von den Jugendlichen selbst wahrgenommenen Problemen mit pädagogischer Betreuung.