Was ist ein Listenhund?

Manche Bundesänder haben die sogenannten Listenhunde in gefährliche und potenziell gefährliche Hunde zweigeteilt, so auch Sachsen-Anhalt. Hier werden American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull Terrier und Staffordshire Bullterrier sowie Kreuzungen mit ihnen als gefährlich aufgelistet. Sie gelten gemeinhin als Kampfhunde und werden oft hoch besteuert. Ein Rottweiler als Listenhund ist dagegen nur potenziell gefährlich. Der Halter muss mit seinem Schützling einen Wesenstest bestehen, eine höhere Steuer wäre nicht zu befürchten.

Elbeu/Wolmirstedt l Bislang gibt es in der Stadt eine einheitliche Steuer für alle Hunde, die soll aber nun erhöht werden. Der Ortschaftsrat in Elbeu hat diesem Punkt einstimmig befürwortet. So waren bislang für den ersten Hund 50 Euro im Jahr fällig, für den zweiten 70 Euro und für einen dritten 100 Euro. Die Sätze sollen nun um jeweils zehn Euro angehoben werden.

Bei insgesamt 926 gemeldeten Hunden macht das eine voraussichtliche Mehreinnahme für den Haushalt von immerhin 9000 Euro für die Stadt aus. „Es handelt sich dabei um eine eher marginale Erhöhung“, argumentierte Rathaus-Finanzer Marko Kohlrausch. „Sie bedeutet keine deutliche Mehrbelastung für die Halter.“ Die neuen Sätze der Hundesteuer befänden sich künftig im mittleren Bereich vergleichbarer Kommunen.

Allerdings machte Kohlrausch in der Sitzung noch auf ein weiteres Detail aufmerksam. So gelten die Steuern für alle Hunde, die im Stadtgebiet gehalten werden. Eine Unterscheidung zu sogenannten Listenhunden gibt es in der Ohrestadt bislang nicht. Letztere werden auch gemeinhin als Kampfhunde bezeichnet, diese gelten als gefährlich oder potenziell gefährlich.

Nur zehn Listenhunde in Wolmirstedt

Der Rathaus-Finanzer will den Stadträten in Wolmirstedt eine neue Verfahrenweise für die Listenhunde vorschlagen, diesen Gedanken stellte er in Elbeu vor. „Im Wolmirstedter Stadtgebiet würde das auf lediglich zehn gemeldete Tiere zutreffen“, sagt er. „Ich sehe da die Hundesteuer in der Niederen Börde als Vorbild.“

In der Nachbargemeinde sind für den ersten Hund 60 Euro fällig, für den zweiten Hund 90 Euro und für jeden weiteren Hund 120 Euro. Den Unterschied macht hier tatsächlich der erste Listenhund. Der wird mit 300 Euro im Jahr besteuert. Im Stadtsäckel von Wolmirstedt würde das aktuell eine Mehreinnahme von 3000 Euro im Jahr ausmachen. Damit wären die Finanzen auch nicht ausgeglichen. Die Umsetzung würde aber den guten Willen der Stadt dokumentieren, aktiv an der Verringerung der Minussumme zu arbeiten.

Mitglieder des Wolmirstedter Tierschutzvereins und der Vereinsvorsitzende Otfried Müller sehen die Sache aus einem ganz anderen Blickwinkel. Müller zweifelt generell die Praxis an, bestimmte Hunde auf eine gesonderte Liste zu setzen. „Solcherart stigmatisierte Tiere bekommen wir in Wolmirstedt dann nur ganz schwer vermittelt“, sagt er.

In der Realität diene die Anwendung einer besonderen Besteuerung für die Listenhunde der Abschreckung und dem Generieren von zusätzlichen Einnahmen. „In Sachsen-Anhalt gibt es eigene Vorgaben zu den Listenhunden, das kann sich in den benachbarten Bundesländern schon wieder völlig anders verhalten“, sagt der Vorsitzende. „So ist das Vermehren dieser Tiere hier generell verboten, woanders nicht.“