Bildung

Gemeinde Barleben bei Magdeburg übernimmt Förderung der Schulsozialarbeit vom Landkreis Börde

Von Sebastian Pötzsch
Schulleiterin Anja Krause, Schulsozialarbeiter Marcel Könning und die beiden Elternratsvertreterinnen Janine Böhm sowie Denise Genentz mit ihren Kindern im Eingangsbereich der Grundschule Barleben (von links).
Schulleiterin Anja Krause, Schulsozialarbeiter Marcel Könning und die beiden Elternratsvertreterinnen Janine Böhm sowie Denise Genentz mit ihren Kindern im Eingangsbereich der Grundschule Barleben (von links). Foto: PSW

Barleben

Laut Beschlussvorlage werden im Landkreis aktuell insgesamt 39 Stellen für die Schulsozialarbeit an den unterschiedlichsten Schulformen gefördert. 31 Stellen würden über Mittel des Europäischen Sozialfonds sowie über das Land gefördert, 8 weitere Stellen dagegen über eine zweckgebundene Rücklage des Landkreises finanziert.

Landkreis Börde bittet Barleben um Prüfung

Die Kosten hierfür liegen bei rund 500000 Euro pro Jahr. Darin enthalten sind die Personalkosten sowie eine Sach- und Verwaltungskostenpauschale. Eine dieser acht Stellen betrifft die Schulsozialarbeit an der Grundschule Barleben.

Im November des vergangenen Jahres sei der Landkreis mit der Bitte an die Gemeinde herangetreten, die Realisierung einer Förderung aus der Gemeindekasse zu prüfen. „Aus den Stellungnahmen ist aus Sicht der Schulleitung, des Schulelternrates und des Schulsozialarbeiters die Notwendigkeit einer Förderung ersichtlich“, heißt es in der Beschlussvorlage weiter.

Doch ist das Papier nicht ohne Änderung verabschiedet worden. So wurde auf Anregung des Finanzausschusses ein Passus zur Vorbereitung einer Rückforderung an den Landkreis hinzugefügt.

Übernimmt ab 2024 das Land Sachsen-Anhalt?

Damit dürfte es jedoch schlecht stehen. Denn eine Chance, diese acht „Sozialarbeiterstellen in ein Landesprogramm zu überführen, besteht aus gegenwärtiger Sicht frühestens ab dem Schuljahr 2023/2024“, teilte der Landkreis auf Volksstimme-Nachfrage mit.

Von den acht angeschriebenen Gemeinden haben sich laut Kreisverwaltung sechs zur anteiligen Finanzierung bis zum Schuljahr 2023/24 bekannt. In diesen Gemeinden, darunter nun auch Barleben, können die Stellen also weiter bestehen.

Direkt betroffen von der neuerlichen Ratsentscheidung ist Marcel Könning. Schon das zweite Schuljahr ist er jetzt als Sozialarbeiter an der Barleber Grundschule beschäftigt, seit vier Jahren gebe es die Schulsozialarbeit in der Einrichtung.

Planungssicherheit an Grundschule Barleben

„Natürlich war die Situation in den vergangenen Wochen und Monaten nicht schön. Schließlich musste ich mir die Frage stellen: Was mache ich ab August“, sagte er gegenüber der Volksstimme und fügte hinzu: „Besonders nervös war ich aber nicht.“

Nun freue er sich über die Planungssicherheit. „Bei der Frage der Finanzierung der Schulsozialarbeit geht es ja nicht um mich, sondern vor allem um die Schüler, die wegen der Corona-Pandemie gerade eine besonders schwierige Zeit durchmachen“, erklärt Könning weiter. Auch Lehrer und Eltern könnten nun weiterhin von seiner Arbeit an der Grundschule profitieren. Er plädierte zudem für eine künftige Kostenübernahme der Schulsozialarbeit durch den Bund.