Wellen l Die Bushaltestelle in Wellen hat in ihrer Vergangenheit manche traurigen Tage erlebt. Immer wieder haben sich Schmierfinken daran verewigt – oft auch gleich, nachdem einige engagierte Wellener am Freiwilligentag zu Pinsel und Farbe gegriffen hatten. Deshalb bezeichnete es der stellvertretende Ortsbürgermeister René Stürmer als „Herzensangelegenheit des Ortschaftsrates“, eine bessere Lösung zu finden, die vielleicht auch die Schmierfinken in der Zukunft abhält. Die Lösung war das Graffiti-Projekt, das das Kinder- und Jugendbüro der Gemeinde Hohe Börde seit mehreren Jahren in die Feriengestaltung einbaut.

Fünfte Auflage des Feriensprojekts

Inzwischen war es die fünfte Auflage, die zwölf Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren aus verschiedenen Ortschaften der Hohen Börde für drei Tage in Wellen zusammenführte. Unter Anleitung von Gordon Motsch und Thomas Lang von „Strichcode“ aus Magdeburg, die sonst vorwiegend bei Auftragsmalereien ihre künstlerischen Spuren hinterlassen, gingen sie trotz der Hitze hochmotiviert an die Arbeit.

Nach einer Einführung rund um das Thema Graffiti wurden erste Skizzen angefertigt. „Es ist schön, wenn die Kinder ihre Kreativität entdecken“, erklärte Thomas Lang, der ebenso wie Gordon Motsch stets Spaß an derartigen Projekten hat.

Bilder

Kinder haben viele Ideen

Dass die Kinder viele Ideen hatten, konnten auch die Mitarbeiterinnen des Jugendbüros, Anja Höke und Mandy Elteste bestätigen. Beide hatten den Workshop-Teilnehmern vorgegeben, dass die Bushaltestelle mit einem Landschaftsmotiv geschmückt werden soll, ansonsten aber der Fantasie Freiraum gelassen.

Auf den Skizzen und letztlich auch auf allen Wänden des Buswartehäuschens fanden sich ein Traktor, ein Vogel, ein Schmetterling, eine Biene, eine Schildkröte, eine Windmühle, lachende Kinder und ein Ufo, das einen Fisch einsaugt, und natürlich der Schriftzug „Wellen“ inklusive Wappen wieder.

Motive zwischen Schmetterling und Ufo

Nach der Doseneinweisung und groben „Vorzeichnungen“ mittels Dose ging es frisch ans Werk. „In den ersten zwei Stunden am Dienstag war schon eine Menge geschafft“, zeigte sich Mandy Elteste begeistert. In gleichem Tempo ging es am Mittwoch weiter und jeder griff dem anderen auch gern mal unter die Arme, wenn es nicht mehr weiterging. So wurden auch die letzten Feinarbeiten gemeinsam erledigt. „Es ist etwas Schönes herausgekommen“, war sich auch Gordon Motsch sicher.

Doch die Jugendlichen können jetzt nicht nur mit Stolz auf „ihre“ gestaltete Bushaltestelle verweisen. So wie es in den vergangenen Jahren auch Usus war, konnten sie alle am Donnerstag noch ihre eigene MDF-Platte gestalten, die sie dann mit nach Hause nehmen konnten.