Womirstedt l Eigentlich war am Freitagnachmittag beim Tischtennisnachwuchs des Tischtennisclubs (TTC) eine Pause angesetzt. „Ich konnte sie aber einfach nicht stoppen“, sagt Trainer Mario Breier. An jeder Platte in der Halle der Leibniz-Schule in Wolmirstedt wuselten Kinder ab acht Jahren mit Schlägern herum, spielten Chinesisch gegeneinander und ließen die Bälle in der Luft tanzen. „Unser Verein hat sich die Nachwuchsförderung auf die Fahne geschrieben“, sagte Breier über die vielen Kinder, die einen Tag vor dem Großtischgedaddel das Zepter in der Halle in der Hand hielten. „Wir haben relativ viele Kinder“.

Die Maximalanzahl der 20 Teilnehmer wurde erreicht, davon sind allein 16 aus dem eigenen Verein, drei aus Aschersleben und eines aus Magdeburg. Die Kinderturniere mit Spiel und Spaß finden in jedem Jahr einen Tag vor dem „Großtischgedaddel“ der Erwachsenen statt. Auch das ist am Sonnabend und Sonntag mit insgesamt 36 Teilnehmern sehr gut besucht. Das Großtischgedaddel sieht fast wie Tischtennis aus, wird aber eher nach den Tennisregeln gespielt.

Die großen Tische fordern den Spielern dabei einiges ab. Als „in Sachsen-Anhalt einzigartig“ beschreibt Nico Sauer das Ereignis. Er ist mit seinem Sohn Marc dafür extra aus Aschersleben gekommen. „Es ist die Reise immer wieder wert“, sagt der Rechtsanwalt, „es ist einer der Vereine, wo es immer wieder Spaß macht und die Stimmung einfach toll ist“. Trainer Marcus Wolff berichtet, dass ein Teilnehmer auch aus Berlin nach Wolmirstedt gekommen ist. Vorallem Männer befanden sich mit den Schlägern an den Tischtennisplatten. Heiß- und Kaltgetränke verkaufte Vereinsmitglied Sophie Specht. Die 30-Jährige spielt bereits seit 22 Jahren Tischtennis, aber spielt nicht so gern am Großtisch, erklärte sie. „Da haben größere Menschen einfach einen Vorteil“, sagt die Wolmirstedterin.

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Mehr Männer als Frauen

Das Spielen im Verein mache ihr jedoch großen Spaß, sie ist gemeinsam mit ihrem Mann im TTC. „Es gibt bei den Erwachsenen mehr Männer als Frauen im Verein“, erklärt Marcus Wolff. „Mütter haben gerade am Wochenende eher Probleme damit, auf Turniere zu fahren“. Aber was nicht ist, dass soll noch werden: Bei den Nachwuchstischtennistalenten besteht die Hälfte der Mannschaft bereits aus Mädchen. Die neunjährige Maja Klebe ist eine davon. Seit zwei Jahren ist sie im Tischtennisverein. „Meine Oma und mein Onkel haben schon im Verein gespielt. Ich bin mit meiner Oma hergekommen und es hat mir richtig gut gefallen“, sagt die Schülerin. Jetzt trainiert sie zweimal in der Woche im Verein. Mit der Schule habe sie deshalb noch nie Probleme gehabt.

„Das Spielen ist gut, um nach den Hausaufgaben den Kopf frei zu kriegen“, pflichtet ihr der elfjährige Oliver lange bei.Er gehört zu den Top 48 im Tischtennis der Schüler deutschlandweit, erklärt sein Trainer Mario Breier. „Man entwickelt immer mehr Ehrgeiz, um zu gewinnen“, sagt er über seine Motivation für den Sport. Auch Maja Klebe lobt den Verein: „Die Trainer motivieren uns richtig, das macht sehr viel Spaß“.

Organisiert hat das Festival wie im Vorjahr Marc Kujath. Während der Turniere mit den Erwachsenen steht er jedoch nicht an der Tischtennisplatte, sondern am Grill und versorgt die Besucher. Stress hat er dabei keinen: „Wieso denn auch , es läuft doch ganz prima“.