Handwerkskunst

Handgemachte Holzfiguren aus Neuenhofe ziehen für eine Austellung nach Leipzig

In allen Ecken der Hobbywerkstatt von Volkmar Fleischer in Neuenhofe wird fleißig Sport getrieben. Er hat fast 40 individuelle Holzfiguren kreiert, die bald in einer Ausstellung zu sehen sind.

Volkmar Fleischer bastelt seit Jahren kleine Sportler aus Holz.
Volkmar Fleischer bastelt seit Jahren kleine Sportler aus Holz. Foto: Lena Bellon

Neuenhofe - In allen Ecken der Neuenhofer Hobbywerkstatt wird fleißig Sport getrieben – zumindest in Form von Holzfiguren. Volkmar Fleischer hat fast 40 individuelle Sportler kreiert. Bald können sie in einer eigenen Ausstellung bestaunt werden.

Beweglich, bunt und individuell tummeln sich zahlreiche kleine Holzfiguren, die alle denkbaren Sportarten verkörpern. Der ehemalige Landestrainer für Kanusport begann vor acht Jahren mit dem Bauen dieser Figuren. Damals überlegte er, wie man dem Nachwuchs, ohne Videos oder Filme, die Bewegungen in einem Kanu veranschaulichen kann. „Mit dem beweglichen Rumpf und den Gelenken der Figuren kann man perfekt die Bewegungen eines Kanufahrers nachstellen. Aber auch die anderen Sportarten werden so lebendig“, erklärt Fleischer.

Als er für seine handgemachten Kanufahrer aus Leimholzplatten und Sperrholz viel Zuspruch bekam, baute er mehr davon. Nach und nach optimiert er die Figuren: Männer und Frauen, verschiedene Farben, zwei Fahrer in einem Boot. „Ich habe die verschiedenen Kanus dann auf Ständen bei Feiern, Wettbewerben oder Veranstaltungen verkauft. Den Erlös spendete ich dann zur Förderung verschiedener Sportarten“, erklärt er. Vom Deutschen Kanuverband wurden Fleischers Figuren schließlich als offizielles Lehrmaterial anerkannt.

Aus dem Hobby wurde einkünstlerischer Auftrag

Das könnte wohl einer der Gründe sein, weshalb aus dem Hobby vor kurzem ein künstlerischer Auftrag wurde – der Sportclub Deutsche Hochschule für Körperkultur Leipzig (SC DHfK), in dem Volkmar Fleischer und seine Frau in den 1960er Jahren Mitglied waren, möchte ein Traditionskabinett aufbauen. Sie wünschten sich ein paar der Neuenhofer Figuren für eine Ausstellung. Gemessen an gewonnenen Goldmedaillen zu Olympischen Spielen, ist der SC DHfK Leipzig weltweit einer der erfolgreichsten Clubs in der Sportgeschichte. Aktuell sucht der Club noch nach einem passenden Raum für das Traditionskabinett, sobald dieser gefunden ist, können die hölzernen Sportler dort einziehen.

Der Rentner ist stolz, dass er ein Teil der Ausstellung und somit der Tradition des Clubs sein darf. „Ich bin in dem Club gut vernetzt. Dort war bekannt, dass ich diese Figuren produziere. Deswegen haben sie mich gefragt, ob ich mir vorstellen kann, noch weitere Sportarten künstlerisch umzusetzen“, sagt der Neuenhofer. Alle 37 Sportarten, die von dem Club gefördert werden, wurden sorgfältig und individuell von Fleischer geschnitzt, geschliffen und angemalt. Schwimmer, Leichtathleten, Rad- und Skifahrer, Fechter, Stabhochspringer, Basketballspielerinnen und sogar ein Rollstuhl-Sportler haben nach und nach die Werkstatt verlassen und warten nun auf ihren großen Auftritt in der Leipziger Ausstellung.

Zweieinhalb Tage Arbeitstecken in einer Figur

Was nach viel Aufwand aussieht, ist für Fleischer ein Hobby: „Ich brauche etwa zweieinhalb Tage für eine Figur und die Gestaltung macht mir Freude.“ Aber Fleischer ist auch kein Anfänger: Seine Tochter ist Puppenspielerin, weshalb er schon oft mit der Gestaltung von Puppen in Berührung kam. Die meisten seiner Kunstwerke haben, schaut man genauer hin, liebevolle Details: Ein Schnorchel für den Taucher, die Schwimmerin kann auf dem Rücken und auch auf dem Bauch schwimmen und seine Frau Heidi hat sogar kleine Basketballkörbe für die Figuren gehäkelt.

Die Sportfiguren des Neuenhofer waren erst ein Hobby, später wurden  sie  als offizielles Lehrmaterial unter anderem beim  Kanuverbandes anerkannt. Die Sportartenvielfalt kennt kaum noch Grenzen.
Die Sportfiguren des Neuenhofer waren erst ein Hobby, später wurden sie als offizielles Lehrmaterial unter anderem beim Kanuverbandes anerkannt. Die Sportartenvielfalt kennt kaum noch Grenzen.
Fotos: L. Bellon