Wolmirstedt l Die Jahnhalle gehört seit dem 1. April 2019 wieder der Stadt. Der Heimfall ist erfolgt und damit geht ein langer, strittiger Weg dem Ende entgegen. Demnächst soll der Eintrag ins Grundbuch erfolgen, dann ist Wolmirstedt wieder alleinige und rechtmäßige Eigentümerin der Halle. Sobald dieser letzte rechtliche Schritt gegangen ist, will die Stadt die Halle verkaufen.

Solange die Stadt nicht im Grundbuch steht, ist sie Besitzerin und kann bereits viele Rechte und Pflichten wahrnehmen. Dazu zählt, dass sie jetzt unter anderem für die Vermietung und den Zustand des Gebäudes verantwortlich ist. Das heißt, die Stadt muss die Kosten für eventuelle Reparaturen an diesem Gebäude tragen und ist zudem Vertragspartner des in der Halle ansässigen Sport- und Gesundheitszentrums.

Den Mietvertrag mit dem Betreiber des Fitness- und Gesundheitszentrums hatte seinerzeit der Taekwondo-Verein „Wolves“ als Eigentümer der Halle abgeschlossen. Damaliger „Wolves“-Vereinsvorsitzender und Fitness- und Gesundheitszentrumsbetreiber sind Vater und Sohn.

Die Übergabe der Halle in den Besitz der Stadt erfolgte vom Insolvenzverwalter. Wirklich zufriedenstellend soll diese Übergabe nicht verlaufen sein, heißt es aus dem Rathaus. Verwaltungsmitarbeiter informierten den Hauptausschuss, dass die Unterlagen von seiten der Insolvenzverwalter längst nicht so vollständig übergeben wurden, wie erhofft. Noch bestehe Klärungsbedarf. Wofür, wurde nicht bekannt. Von der Verwaltung hieß es außerdem, dass es eine Nutzung dieser Halle gibt, die auch dem Insolvenzverwalter nicht bekannt war. Damit sind offenbar noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen.

Halle wird verkauft

Sobald die Stadt im Grundbuch steht, will sie die Halle verkaufen. Darüber wurde bereits öffentlich informiert. Derzeit gebe es drei Interessenten, sagt Bürgermeisterin Marlies Cassuhn. Ziel von Verwaltung und Stadtrat ist es, eine weitere sportliche Nutzung der Halle zu sichern. Auch der Inhaber des in der Halle ansässigen Sport- und Gesundheitszentrums kann diese Halle kaufen.

Unabhängig vom Heimfall der Jahnhalle an die Stadt läuft das Insolvenzverfahren gegen den Taekwondo-Verein weiter. Die Halle wurde auf einer anderen rechtlichen Basis aus der Insolvenzmasse herausgelöst, der Heimfallklausel. Die war im Erbbaurechtsvertrag festgeschrieben und legte sinngemäß fest, dass im Falle einer Insolvenz des Taekwondovereins die Halle an den Eigentümer von Grund und Boden, also an die Stadt, zurückfällt. Das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Taekwondo-Vereins war im Jahr 2015 eröffnet worden.

Mit der Sanierung der Halle im Jahr 2009 wurde einst ein städtebaulicher Missstand beseitigt. Dafür sind vor allem öffentliche Gelder geflossen. Die Investitionssumme wurde mit über einer Million Euro beziffert. Bauherr war der Taekwondo-Verein „Wolves“. Lange war die Jahnhalle in den Schlagzeilen, weil unklare Mehrausgaben entstanden und Abrechnungsprobleme aufgetreten waren. Zudem musste die Stadt als Bürge für einen Kredit eintreten, den der Taekwondo-Verein aufgenommen hatte. Darüber hinaus wurden von der EU Fördermittel zurückgefordert, die vom Land gezahlt wurden.

Mit dem Heimfall soll Ruhe einkehren, der Name Jahnhalle künftig nur noch mit Sport in Verbindung stehen.