Seit Mittwoch sind Mitarbeiter des Ordnungsamtes täglich bei drei Kontrollgängen anzutreffen

Hochwasser: Ohrepegel steigt auf 2,57 Meter

Von Karl-Heinz Klappoth

Der Dauerregen in den vergangenen Tagen hat den Pegel der Ohre in Wolmirstedt stark ansteigen lassen. Die bittere Wahrheit: Bei einem Pegelstand von 2,57 Meter stehen die ersten Straßen unter Wasser. Doch die Stadtverwaltung hat umgehend reagiert.

Wolmirstedt l Der Regen war in den letzten Tagen ein ständiger Begleiter. Besonders am vergangenen Wochenende goss es wie aus Kannen. Das hinterließ in der Stadt und im Umland inzwischen sichtbare Spuren. Das bedeutete, die Ohre ist im Bereich Wolmirstedt stark angestiegen.

Vom Dienstag zum Mittwoch wuchs der Ohrepegel um 14 Zentimeter. Die Folge: Straßen in der Nähe des Ohreufers, wie Am Küchenhorn, stehen unter Wasser, andernorts werden über Nacht aus Pfützen kleine Seen. Auch im Ortsteil Elbeu sucht sich das Hochwasser längst seinen Weg, sind außerdem erste Wiesen, Äcker und Gartenanlagen durch das zeitgleich steigende Grundwasser in Mitleidenschaft gezogen. Die einzige gute Nachricht: Die Wetterlage soll in den nächsten Tagen stabil bleiben. "Das heißt, der Pegelstand der Ohre, der gestern eine Höhe von 2, 57 Meter erreicht hat, soll nicht weiter steigen", war zumindest gestern auf Nachfrage der Volksstimme von Frank Schröder, Mitarbeiter im Wolmirstedter Ordnungsamt, zu erfahren. "Wir hoffen inständig, dass sich die Situation in und um Wolmirstedt stabilisiert. Dennoch sind wir auf alle Eventualitäten vorbereitet. Das heißt, ich stehe beispielsweise im ständigen Kontakt mit dem Deutschen Wetterdienst, halte engen Kontakt zu den Verantwortlichen im Landkreis und im Amt für Hochwasserschutz."

Wie die amtierende Bürgermeisterin Marlies Cassuhn ergänzte, sind aus den langjährigen Erfahrungen mit der Hochwasser-Problematik die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sensibilisiert, "deshalb bereits der Eigenbetrieb, aber auch die Feuerwehr vorsorglich in Bereitschaft".

Allein dabei belässt es die Stadtverwaltung nicht. Seit gestern ist Frank Schröder dreimal täglich an den Schwerpunkten in der Stadt vor Ort. "In den Vormittagsstunden, um die Mittagszeit und am späten Nachmittag suche ich ganz gezielt die Hochwasser-Schwerpunkte auf." Das bedeutet, er schaut sich unter anderem in der Straße Am Küchenhorn, in der Fischeruferstraße, oder im Bereich Bleicher Weg/Ohrestraße um: "Auch wenn wir bereits erste Hochwasserschilder aufgestellt haben, noch sind alle Straßen befahrbar."

Während seines Kontrollgangs nimmt er auch die kleine Ohrebrücke in Augenschein, kontrolliert ebenso die Glindenberger Brücke, lässt aber auch im Bereich von Glindenberg die Elbe nicht außer Acht. "So bin ich hier in der Elbstraße unterwegs, schaue mich im Bereich der Firma Stork um und nehme auch die Trogbrücke in Augenschein." Wie Frank Schröder in diesem Zusammenhang betont, gibt es für die Ohre zwar keine Hochwasserwarnstufe, "dennoch sind wir umgehend präventiv tätig geworden".

Und neben den regelmäßigen Kontrollgängen hat der Mitarbeiter des Ordnungsamtes auch bereits mit der Firma Kontakt aufgenommen, die in den vergangenen Jahren die Stege im Bereich Am Küchenhorn installierte: "Das Unternehmen ist informiert, könnte sofort reagieren, sollte sich die Hochwassersituation in den nächsten Tagen tatsächlich weiter verschlechtern und die Anwohner nicht mehr trockenen Fußes ihre Häuser erreichen."

Frank Schröder gibt sich aber optimistisch, baut ganz fest da-rauf, dass das Wasser der Ohre bald wieder sinkt.