Groß Ammensleben l Die ehemalige Schmiede im Infozentrum auf der Domäne in Groß Ammensleben versprüht schon jetzt den Charme eines Raumes für feierliche Ereignisse. Gut 30 Stühle stehen in Reih und Glied und große Pflanzen sind aufgestellt. Doch für Heide Roy gibt es noch allerhand zu tun. So fehlen noch sogenannte Hussen. „Das sind die Überzüge für die Stühle“, erklärt die Standesbeamtin. Außerdem soll der Bereich noch feierlich dekoriert werden, unter anderem mit in den entsprechend farbig blühenden Pflanzen. Zu guter Letzt muss noch das Pult aufgebaut werden, von denen aus Heide Roy oder ihre Kollegin Anika Schleef das jeweilige Hochzeitspaar trauen.

Dass auf dem Gelände der altehrwürdigen Domäne inmitten jahrhunderteralter Architektur geheiratet werden kann, ist dem Wunsch der Bürger zu verdanken. „Aufgrund der verstärkten Nachfrage von Trauwilligen nach einer Trauung auf der Domäne soll nunmehr der Ausstellungsraum im Infozentrum als Außenstelle des Standesamtes gewidmet werden“, hieß es in der entsprechenden Beschlussvorlage, die die Gemeinderäte der Niederen Börde im Februar verabschiedet hatten.

Schönes Motiv im Hintergrund

Gesetzlich ist eine Gemeinde dazu verpflichtet, unentgeltlich ein Trauzimmer anzubieten. Dieses befindet sich auf dem Hof der Gemeindeverwaltung in Groß Ammensleben und kann laut Heide Roy weiterhin genutzt werden. „Hier passen mehr Leute hinein, aber dafür müssen Treppen bewältigt werden“, sagt die Standesbeamtin. Und für die Außenstelle auf der Domäne lägen die Vorteile in der Barrierefreiheit und dem „schönen Motiv mit der Kirche Sankt Peter und Paul im Hintergrund.“

Während die Nutzung des Trauzimmers in der Verwaltung also kostenlos ist, müssen Paare, wenn sie auf der Domäne heiraten wollen, einen Obolus berappen. Dies wird in einer weiteren Satzung geregelt. Demnach liegt das Entgelt bei 90 Euro pro Trauung. Damit sei das Entgelt kostendeckend. „Bei zehn Eheschließungen in der Außenstelle im Jahr würden damit 900 Euro zusätzlich generiert werden“, hieß es in dem Papier weiter. Doch da die tatsächliche Anzahl der Eheschließungen im ersten Halbjahr noch nicht bekannt waren, wurde die mutmaßlichen Mehreinnahmen nicht in den Haushaltsplan 2020 eingeplant.

Noch keine Absagen

Das dürfte wegen der Corona-Krise auch weiterhin schwer abzuschätzen sein. Laut der Standesbeamtin habe es wegen des Virus bisher zwar keine Absagen gegeben. Allerdings läge bisher auch nur die Anmeldung für eine Hochzeit vor. Die Feier ist für den 25. April geplant. „Wir hatten gerade auch eine Anfrage eines älteren Paares, das zeitnah getraut werden wollte“, berichtet Heide Roy weiter.

Insgesamt heiraten in der Niederen Börde jährlich zwischen 20 und 30 Paare. „Die Zahlen schwanken immer etwas, bleiben aber stets in diesem Bereich“, erklärt die Amtsmitarbeiterin. Wie sich die Zahlen in Corona-Zeiten entwickeln, vermag auch sie nicht abzuschätzen.