Wolmirstedt l Zum nächsten „Quasselcafé“ sind alle Interessenten am Donnerstag, 3. Dezember, um 18 Uhr in den Gemeinderaum der katholischen Kirche in die Friedrich-Ebert-Straße eingeladen. Dabei geht es vor allem darum, Menschen, die als Flüchtlinge hierherkommen sind, die deutsche Sprache nahe zu bringen. „Wir versuchen, die Treffen inhaltlich zu strukturieren“, erzählt Christine Bauer, Vorsitzende des Vereins „Integrationsbündnis Wolmirstedt“. Am Donnerstag könne es darum gehen, wie kleinere Wehwehchen mit Hausmitteln behandelt werden können, beispielsweise mit Kamillentee oder Ingwer. „Wir wollen neben der Sprache auch Dinge des Alltags vermitteln“, sagt Christine Bauer, „sodass Menschen aus anderen Ländern in unserer Gesellschaft ankommen können.“

Das beginne schon beim Begriff der Pünktlichkeit, der in anderen Kulturen eine andere Wertigkeit besitzt oder anders interpretiert wird als hier im Deutschen. Auch das Lächeln einer Frau werde in manchen Ländern als Aufforderung verstanden. „Wir erzählen, dass lächelnde Frauen in Deutschland einfach nur nett sein wollen.“

Das Integrationsbündnis arbeitet eng mit dem Landkreis zusammen, aber auch mit dem Kinderschutzbund, Integrationsgruppen anderer Städte und nutzt alle Informationsquellen des Landes. Für die Vermittlung der deutschen Sprache hakten sich die Mitstreiter des „Quasselcafés“ an die Unterrichtshilfen für ehrenamtliche Deutschlehrer.

Trotz guten Willens stoßen die Ehrenamtlichen auch an Grenzen. „Die Vermittlung der deutschen Sprache an Analphabeten ist unendlich mühevoll“, sagt Christine Bauer. Dennoch ist jeder, der aus anderen Ländern hierhergekommen ist, beim Quasselcafé gerne gesehen. „Manche kommen regelmäßig“, sagt Christine Bauer, aber es gibt noch freie Kapazitäten. Damit auch jeder der neuen Mitbürger von der Möglichkeit des „Quasselcafés“ erfährt, setzen die Initiatoren auf die Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Asylsuchenden und Flüchtlingen, haben aber auch Flyer entwickelt, die von Hand zu Hand gegeben werden können.

Während der Treffen spielt auch die aktuelle Lage eine Rolle. „Manche interessieren sich dafür, was sich hinter dem VW-Skandal verbirgt“, erzählt Christine Bauer. Außerdem werde auch darüber gesprochen, was in den Herkunftsländern, wie beispielsweise in Syrien, derzeit geschehe.

Mit der Vereinsgründung ist eines der Ziele des Integrationsbündnisses deutlich geworden. „Wir setzen vor allem auf die individuelle Förderung“, sagt Christine Bauer. Das bedeutet die Übernahme persönlicher Patenschaften.