Groß Ammensleben l Gute 14 Tage breit ist das Zeitfenster für die Groß Ammensleber, wenn es um einen Anschluss an das Breitbandnetz der Gemeinde Niedere Börde geht. Das verkündet Ina Stimpel, Fachdienstleiterin für Gemeindeentwicklung bei der Verwaltung, gegenüber der Volksstimme. „Bürger können sich in dieser Zeit melden und einen Anschluss an das Glasfasernetz beantragen“, erklärt sie.

Zuletzt hat es in der Ortschaft in Sachen Breitband wieder etwas Bewegung gegeben. So wurden etliche weitere Anträge durch die Bürger eingereicht. „Schuld“ daran sind die Mitglieder des Ortschaftsrates, die noch einmal ordentlich Werbung für das Vorhaben gemacht haben. Vor Beginn der Aktion stand die Quote der Anmeldungen bei mageren acht Prozent. Benötigt werden für den Anschluss der Ortschaft allerdings wohl 47 Prozent. Nach nicht repräsentativen Schätzungen haben die Groß Ammensleber aber enorm aufgeholt und liegen jetzt bei etwa 18 Prozent.

Ob die verbleibende Zeit allerdings ausreicht, um entsprechend viele Bürger von den Vorteilen zu überzeugen, wird sich zeigen. Die Ortschaftsratsmitglieder lassen sich jedoch nicht entmutigen. „Wir hatten eigentlich noch eine Informationsveranstaltung geplant“, sagt Ortsbürgermeister Klaus-Rüdiger Pfeiffer. „Allerdings ist das in Coronazeiten schwierig. Daher müssen wir wohl darauf verzichten.“ Somit bleibt es bei der Verteilung von Flyern und entsprechenden Gesprächen.

„Es ist eine Chance für die gesamte Region und so lange die Bauarbeiten noch laufen, ist ein kostenloser Glasfaseranschluss ans Haus möglich“, betont Pfeiffer noch einmal. „Es wäre natürlich bedauerlich, wenn gerade der Ort als Sitz der Verwaltung der Gemeinde Niedere Börde von der Ver- sorgung ausgeschlossen bliebe.“

Gerade in den Zeiten der Corona-Pandemie merken etliche Bürger, wie wichtig ein gutes Internet doch sein kann. „Das hat sicherlich einige Groß Ammensleber zum Umdenken bewegt“, sagt der Ortsbürgermeister. „Die aktuelle Versorgung ist in der derzeitigen Situation bei etlichen Bürgern noch ausreichend. Aber was wäre, wenn der Arztbesuch nur noch über eine digitale Sprechstunde möglich ist?“ Da würden vorhandenen Anschlüsse wohl durchaus an ihre Grenzen kommen.

Pfeiffer weist aber noch auf ein weiteres Problem hin. „Seit dem Montag sind die Schulen geschlossen worden“, bringt er vor. „Daher sind die Verantwortlichen jetzt bemüht, den Schüler Lehrstoff und Aufgaben über das Internet zur Verfügung zu stellen.“

Das sei an einigen Orten in Sachsen-Anhalt nicht so reibungslos abgegangen. „Das ist natürlich ein weiteres gutes Argument für unser kommunales Glasfasernetz“, betont Pfeiffer. „Angesichts der dann zur Verfügung stehenden Bandbreite kann es keinen Datenstau geben.“ Solche Erwägungen sollten die Groß Ammensleber mit in ihre Überlegungen einbeziehen, findet auch Ortschaftsratsmitglied Tobias Müller.

Er hat ebenfalls viele Gespräche mit den Einwohnern geführt. Als Elektriker ist er gut in der Lage, den Unterschied zum herkömmlichen Internet, welches über das sogenannte Vectoringverfahren läuft, zu erklären. „Da haben wir quasi einen Flaschenhals durch das verwendet Kupferkabel“, erläutert er. „Der Datendurchsatz ist mit den Möglichkeiten eines Glasfaserkabels nicht einmal im Ansatz zu vergleichen.“

Das haben scheinbar auch etliche Einwohner erkannt. „In Gesprächen haben uns das gerade ältere Bürger erklärt“, berichtet der Ortsbürgermeister. „Unsere Argumentation scheint also in gewisser Weise zu fruchten. Die Wichtigkeit des Breitbandes wird also durchaus gesehen.“