Groß Ammensleben l Wer schon länger in Groß Ammensleben zuhause ist, wird sich vielleicht noch gut an den 13. November 1972 erinnern. An diesem Tag wütete ein schweres Unwetter. Der Orkan hatte solch eine immense Kraft, dass er die 30 Meter hohe und 350 Jahre alte Spitzhaube des Westturms der Sankt-Peter-und-Paul-Kirche zum Einsturz brachte. Verletzt wurde zum Glück niemand. Auch die im Turm hängende Glocke Scholastica kam nicht zu Schaden. Jedoch blieb sie bis zum Wiederaufbau des Turmes in den folgenden sieben Jahren stumm.

Solche und viele weitere interessante Geschichten und Fakten rund um das Geläut des ehemaligen Benediktinerklosters haben Rüdiger Pfeiffer und Evelyn Kasper vom Förderverein „Historische Klosterkirche Groß Ammensleben“ anlässlich des 700. Geburtstag von Scholastica in einer knapp 60-seitigen Festschrift zusammengetragen. Viele Stunden hat Rüdiger Pfeiffer dazu in Archiven verbracht. Zudem trugen die beiden historische Fotos zusammen, sprachen mit ehemaligen Pfarrern und ließen Zeitzeugen des Sturmes von 1972 zu Wort kommen.

Knapp 60 Seiten Umfang

„Es gibt Einiges zu erzählen“, sagt Rüdiger Pfeiffer. „Das ist schon etwas Einmaliges, dass das alles erfasst wurde“, ergänzt Evelyn Kasper. In einer Chronologie werden beispielsweise auch die anderen Glocken der Kirche beleuchtet, darunter auch die heute noch bestehende Glocke „Anna“ von 1493 und die Olemann-Glocke aus dem Jahr 1577. Insgesamt gab es sogar einmal acht Glocken. Scholastica sei dabei nie vom Turm heruntergenommen worden. „Damit ist sie dem Schicksal entkommen, das die ältere Schwesterglocke Magdalena ereilt hat: Sie ist im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen worden“, erklärt Rüdiger Pfeiffer.

Bilder

Vorgestellt und verkauft werden soll die Festschrift zum 700-jährigen Bestehen von Scholastica im Rahmen des Denkmaltages am Sonntag, 8. September. Ab 13.30 Uhr ist dazu ein Festvortrag geplant. Außerdem erwartet die Besucher noch ein kleiner Überraschungsfilm.