Wolmirstedt l Eigentlich war alles klar. Der neue Rossmann wird gebaut, die Spielgeräte weichen und werden am Kirchplatz wieder aufgebaut. Rossmann beteiligt sich finanziell am neuen Spielplatz, Kinder und Eltern haben in der Innenstadt einen Drogeriemarkt und trotzdem einen Platz zum Treffen, Spielen Toben. Doch weit gefehlt. Die Spielgeräte sind im Zentrum nicht mehr aufgetaucht, auf dem Kirchplatz wächst jetzt eine Einheitslinde und selbst der zweite Plan, die Spielgeräte im Stadtpark aufzustellen, gilt nicht mehr. Aber wo können Kinder klettern?

Brigitte Wischeropp hat Enkelkinder und ist gern mit ihnen an der frischen Luft. Sie vermisst den Spielplatz in der Julius-Bremer-Straße, der mit vielem ausgestattet war, was ein Kinderherz begehrt. „Besonders die Kletterspinne hatte es den Kindern angetan.“ Seit der Spielplatz weg ist, hat sie keinen adäquaten Ort gefunden.

Die große Hoffnung vieler Wolmirstedter liegt auf der Umgestaltung des Stadtparks. Die Pläne dafür waren 2017 nach einem Sturm gereift. Orkanartige Böen hatten damals 15 Bäume umgeworfen, beziehungsweise beschädigt, sie mussten anschließend entfernt werden. Das war bitter für die Bäume, aber andererseits haben die Kräfte der Natur Platz geschaffen. Den plant die Stadt seither, für Sitzflächen und Spielplätze zu nutzen.

Bäume sind weg

Aber noch ist nichts passiert. Obwohl die Bäume seit drei Jahren fort sind, die Spielgeräte aus der Julius-Bremer-Straße längst entfernt wurden, ist der Stadtpark unverändert. Dafür werden die alten Spielgeräte gerade auf den anderen Spielplätzen der Stadt verteilt.

Die abgebauten Wippen und Klettergerüste ersetzen Spielgeräte, die nicht mehr durch den TÜV gekommen sind. Mose bekam die Kletter-Rutsch-Kombination, Glindenberg die Doppelschaukel und die Federwippe. In der Wolmirstedter Schachtstraße wurde bereits das Seehaus aufgestellt, ein Wipptier wird befestigt, sobald das Betonfundament ausgehärtet ist. Das wird in der kommenden Woche soweit sein. Dann ist auch der letzte Spielsand angeliefert und die Kinder können den Schachtstraßen-Spielplatz stürmen, der zudem noch einen nagelneuen Kletter-Rutschturm bekommen hat.

Allein die heißbegehrte Kletterspinne wird es nicht mehr geben, nirgends mehr. Die ist nicht mehr durch den TÜV gekommen und wurde längst entsorgt und wird auch nicht ersetzt, heißt es aus dem Rathaus.

Pläne sind festgezurrt

Doch wie geht es mit dem Stadtpark weiter? Schließlich sind die Umgestaltungspläne lange festgezurrt. Sie wurden sogar im Januar, wenige Wochen vor Beginn der Corona-Pandemie, öffentlich im Schlosskeller des Bürgerhauses vorgestellt. Bürger konnten sehen, wie die Wege künftig verlaufen werden, das Denkmal aufgewertet wird, welche Hecken entstehen und wo die Spielfläche angelegt werden soll.

Die Ausschreibungen beginnen in wenigen Wochen, im März 2021 sollen die Arbeiten beginnen, sofern die Witterung das zulässt. Im August oder September des kommenden Jahres soll alles fertig, der Stadtpark wieder seines Namens würdig sein, Platz zum Spielen und für Begegnungen bieten.

Doch Bürgermeisterin Marlies Cassuhn hatte für Menschen, die sich in ihrer Freizeit gern bewegen, stets noch eine andere Idee parat. Sie konnte sich vorstellen, das Stadion des Friedens zu einem Spielplatz für alle Generationen umzugestalten. Doch das ist nicht mehr aktuell.

Wohnbebauung ermöglichen

„Auf diesem Gelände wollen wir zeitnah eine Wohnbebauung ermöglichen“, sagt sie, „Bauland in der Stadt wird knapp.“ Auch diese Idee war schon lange im Gespräch. Ob sie umgesetzt wird, ob auf dem ehemaligen Sportplatz tatsächlich bald Eigenheime stehen werden, entscheidet der Stadtrat am 3. Dezember.

Der Gedanke eines generationsübergreifenden Spielplatzes ist trotzdem nicht vom Tisch. Wo er angelegt werden könnte, ist völlig offen. Wie er aussehen soll, wird eine Machbarkeitsstudie herausarbeiten. Sobald die vorliegt, werden weitere Entscheidungen getroffen.