Kindergarten

Kollegen der Integrierten Kindertagesstätte in Wellen verabschieden Bärbel Warnke in den Ruhestand

Kollegen aus der Integrierten Kindertagesstätte „Kleeblatt“ in Wellen haben Bärbel Warnke in den Ruhestand verabschiedet.

Von Constanze Arendt-Nowak

Wellen - „Eine Legende verlässt das Gelände“ war am Freitagnachmittag in großen Lettern auf dem T-Shirt von Bärbel Warnke zu lesen. Ihre ehemaligen Kollegen aus der Integrierten Kindertagesstätte „Kleeblatt“ hatten sie standesgemäß ausgestattet, als sie sie mit dem geschmückten Traktorgespann von zu Hause abholten. Ebenso standesgemäß sollte anschließend auch die Verabschiedung in den Ruhestand ausfallen.

Krankheitsbedingt konnte sich Bärbel Warnke zwar schon länger nicht mehr um die Kinderschar in der Einrichtung kümmern, aber keiner der Kollegen hatte vergessen, wie Bärbel Warnke den Kita-Alltag bereicherte. Die Höhepunkte hatten sie in einem Lied verpackt, das sie gemeinsam zur Begrüßung sangen.

Schnell wurde klar: Nicht nur „Legende“ ist ein Superlativ, der Bärbel umschreibt, sondern auch „Institution“. So nannte sie unter anderem Michael Herzog, der im vorigen Jahr bereits als Krankheitsvertretung die Teamleitung in der Einrichtung übernommen hatte. Anlass gab ihm ein Ausspruch, den ein Kind nach seinem Dienstantritt zu Hause tätigte: „Bei uns in der Kita gibt es jetzt eine neue Bärbel, die heißt Michael!“

40 Jahre in der Kita gearbeitet

Für Bärbel Warnke war die Einrichtung in Wellen fast 40 Jahre „ihre Kita“, auch wenn sie heute flachst: „Ich wollte als Kind nicht in den Kindergarten, konnte ja, keiner ahnen, dass es einmal 45 Jahre werden.“ Seinen Anfang nahm alles, wie aus der Personalakte hervorgeht, 1974, als Bärbel Warnke eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester begann. Ein Praktikum in der Krippe während der Ausbildung schreckte eher ab, als dass es half. Die Nähe zum Arbeitsplatz im Ort führte sie dann aber doch in die Krippe. „Das war wie ein Sechser im Lotto und dann habe ich mich dran gewöhnt“, blickt Bärbel Warnke heute zurück. Damals hatten in der Wellener Kinderkrippe, die sich noch im Gemeindehaus befand, drei Kollegen gleichzeitig aufgehört. Dieses Detail einer „Nacht- und Nebelaktion“ gab die Personalakte, die der Geschäftsführer der Lebenhilfe Ostfalen, Bernd Schauder, hervorgekramt und mitgebracht hatte, nicht preis.

Großes Organisationstalent

Doch während ihrer vielen Dienstjahre in Krippe und Kindergarten fand Bärbel Warnke nicht nur den Gefallen an der Arbeit mit lebhaften Kindern, sondern sie machte sich auch als Organisationstalent und dafür, dass sie alle mitreißen kann, einen Namen. Nichts konnte das besser beschreiben als die Liedzeile „Deine Worte geben Kraft, dass man einfach alles schafft.“

Und so bleibt auch der Wunsch, dass Bärbel Warnke jetzt die Tür der Wellener Kindertagesstätte nicht gänzlich schließt und immer mal wieder hereinschaut. Ansonsten wird bei Bärbel Warnke im Ruhestand die Familie eine übergeordnete Rolle spielen. „Wir haben ein enges soziales Netz“, sagt sie, weiß aber auch, dass der Garten und das Dorfleben, bei dem sie schon immer kräftig mitmischt, reichlich Abwechslung bieten.