Wolmirstedt l Die Glocke läutet in einer Tour. Museumsleiterin Anette Pilz erwartet sie alle, die Klingelnden, denn sie halten Kostbares in ihren Händen. Die einen bringen originale Schwesternhauben aus dem einstigen Wolmirstedter Kreiskrankenhaus, die anderen alte medizinische Gerätschaften, die eher danach aussehen, als sollte man damit Verletzungen zufügen als sie zu heilen. All dies soll Platz finden in den Vitrinen des oberen Geschosses, von denen einige noch auf Ausstellungsstücke warten.

Vorbereitung läuft seit halbem Jahr

Die Wolmirstedter und das Kreiskrankenhaus – das ist eine ganz besondere Beziehung. „Die Leute haben uns immer die Türen eingerannt, wenn es ums Krankenhaus ging“, sagt Anette Pilz. Viele Menschen hätten einen Bezug zu der Einrichtung – sei es aufgrund der Arbeitsstelle, der Geburt des Kindes oder wegen ärztlicher Behandlungen. Seit einem halben Jahr werkeln die Museumsmitarbeiter an einer Sonderausstellung, die bei laufenden Öffnungszeiten gestemmt wird.

Gefüllt ist das obere Geschoss des Museums inzwischen mit Gerätschaften, die einige Besucher vielleicht wiedererkennen. „Wir haben unter anderem die originale Waage sowie die Türklinke aus dem ehemaligen Kreißsaal ergattern können“, berichtet Anette Pilz. Die Hilfsbereitschaft der Wolmirstedter sei überwältigend gewesen, viele Leihgaben und Schenkungen komplettieren die Ausstellung. Zahlreiche alte Fotos sind ebenfalls zu sehen.

Bilder

Viele Leihgaben und Schenkungen

Bevor die Ausstellung in der kommenden Woche eröffnet werden kann, sind für die Mitarbeiter noch viele kleine Handgriffe zu erledigen. So erhält jedes Ausstellungsstück eine Beschreibung, jedes Teil soll an seinen richtigen Platz. Ebenfalls soll es eine Informationsbroschüre geben, die in Arbeit ist.

Die Ausstellung widmet sich der über 100-jährigen Geschichte des Kreiskrankenhauses – von der Geburtsstunde bis zum Entschluss des Kreistages im Jahr 2001, der sich für die Aufgabe des Wolmirstedter Standortes entschied. Grund waren klamme Kassen. Mit der Fusion des Wolmirstedter und des Haldensleber Krankenhauses zum Ohrekreisklinikum bestanden die Krankenkassen auf der Erhaltung nur eines Krankenhausstandortes im damaligen Ohrekreis.

Unverständnis für die Schließung

Was zu Unverständnis führte, war der Umstand, dass das Wolmirstedter Krankenhaus einen besseren baulichen Zustand, eine modernere Ausstattung sowie eine bessere Anbindung an das öffentliche Netz vorzeigen konnte. Trotzdem erhielt die Kreisstadt Haldensleben das „Ja“. Im Jahr 2008 begann die Entkernung und der Abriss des Gebäudekomplexes in Wolmirstedt.

Die Vernissage findet am Dienstag, 27. August, statt. Die Museumsleiterin weist darauf hin, dass an diesem Abend nur geladene Gäste Einlass erhalten. Ab Mittwoch, 28. August, können Interessierte die Ausstellung zu den gewohnten Öffnungszeiten besuchen.