Wolmirstedt l Adventsmarkt in Wolmirstedt - der wird wie immer am ersten Adventswochenende aufgebaut. Die Buden und Attraktionen bleiben drei Tage stehen. Neben dem großen Adventsmarkt werden die Lustgrabenbewohner wieder einen eigenen Markt ausrichten, in ihrer kleinen Straße, die in die Schlossdomäne mündet. Dort gibt es am Sonnabend, 30. November, in der Zeit von 14 bis 20 Uhr wieder allerlei Selbstgemachtes zu entdecken.

Die Bewohner dieser Straße und ihre Freunde haben Lust darauf, den Gästen etwas Besonderes zu bieten. Zum vierten Mal schon laden sie ein und konnten sich stets über reichlich Zuspruch freuen. Ganz besonders heiß begehrt war stets die Steckrübensuppe. „Die müssen wir auch in diesem Jahr wieder anbieten“, sagt Thomas Rojahn, „viele Leute sagen, dass sie Steckrübensuppe nur einmal im Jahr essen, und zwar im Lustgraben.“ Er wird sich höchstselbst an den Herd stellen und das einstige „Arme-Leute-Essen“ kochen.

Im Angebot wird auch wieder Zwiebelkuchen, Deftiges , Gebasteltes und selbstgebrautes Bier sein. Fürs Bier ist Jörg Bonewitz zuständig. Nach dem Brauen bleibt der Treber übrig und aus dieser Masse lässt sich exquisiter Brotteig fertigen. Das Brot backen die Frauen zu Hause in ihren Öfen.

Basteln, Backen und Kochen sind gut verteilt

Die Aufgaben des Bastelns, Backens, Kochens sind innerhalb der kleinen Gemeinschaft gut verteilt, doch auch die Bevölkerung kann zum Gelingen des Adventsmarktes beitragen. Thomas Rojahn sagt: „Wir würden uns über Regenschirme freuen.“

Regenschirme? Die sollen den Lustgraben dekorieren und zwar hoch über den Köpfen der Besucher. Aufgereiht an quer gespannten Schnüren sollen sich viele Schirme zu einem Dach über dem kleinen Adventsmarkt schließen.

Die Idee hat Nico Wolff in die Runde gebracht und sie fand großen Anklang. Inspiriert wurde er von einer Straße in der kroatischen Stadt Novigrad, die ebenfalls von bunten Regenschirmen überspannt ist. In Istrien sollen die Schirme flanierende Gäste vor der Sonne schützen, dieses Motiv dürfte am ersten Advent im Lustgraben wohl nicht ausschlaggebend sein.

Bewohner bitten um Regenschirmspenden

Die Regenschirme müssen keine weihnachtlichen Motive zeigen, hat das Organisationsteam beschlossen, auch im Advent bieten bunte Regenschirme einen fröhlichen Hingucker. Allerdings verfügt das muntere Häufchen selbst nicht über ausreichend Schirme und bittet die Bevölkerung um Schirmspenden.

Dafür wird am Lustgraben ein Behälter aufgestellt, eine alte Milchkanne, in die gespendete Regenschirme ab sofort gesteckt werden können.

Die Lustgrabenbewohner werden die Schirme selbst in luftiger Höhe befestigen. „Solange dabei ein Luftraum von 4,50 Meter bleibt, ist nichts dagegen einzuwenden“, sagt Ordnungsamtschef Dirk Illgas. Schließlich muss im Notfall die Feuerwehr auch durch diese Straße fahren können. Kann diese Höhe nicht eingehalten werden, weil die Häuser womöglich nicht hoch genug sind, muss das zumindest durch ein Schild angekündigt werden.

Die Kreativität und Eigeninitiative der Lustgrabenbewohner schätzt auch Bürgermeisterin Marlies Cassuhn. „Es ist immer toll, wenn sich Bürger einbringen.“ Sie weiß: „Die Bürger nehmen diesen kleinen Markt dankbar an, er trägt zur Attraktivität des gesamten Adventsmarktes bei.“

Zum Lustgrabenadventsmarkt gehört auch, dass der Erlös für einen guten Zweck gespendet wird. Bisher profitierten das Tierheim, die Bibliothek, das Museum und der Jugendclub. Selbst als der Markt 2017 kurzfristig wegen Irritationen mit den Ämtern ausgefallen war, wurde Geld für einen guten Zweck gesammelt. Bisher wurde im Vorfeld nicht verraten, wofür das Geld gegeben wird. Das soll in diesem Jahr anders sein. Bäume sollen davon gekauft werden, ob es für einen, zwei oder mehr reicht, wird sich zeigen. Die sollen dann im Stadtgebiet gepflanzt werden und immer an den Lustgraben-Adventsmarkt im Jahr 2019 erinnern.