Nordgermersleben l „Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Um die öffentlichen Bemühungen, die Verbreitungswege des Coronavirus einzudämmen, zu unterstützen, folgen wir der Empfehlung unserer Kreiskantorei“, begründet der Posaunenchor Nordgermersleben auf seiner Facebook-Seite die Entscheidung, die gemeinsamen Probetermine im März zu streichen. Damit jeder aber für sich üben kann, hat Chorleiter Stefan Heinzel an alle Interessenten Noten und eine Stückeliste herausgegeben. Hausaufgaben sozusagen. „Auch wenn das die normale Probe nicht ersetzt, so ist das heimische Üben auch Vorbereitung auf die nächsten Auftritte“, so Stefan Heinzel.

Und so sind auch bei der Familie Trittel in Nordgermersleben die Instrumente immer griffbereit. Neben Papa Matthias und Mutti Heidrun ist auch der zehnjährige Moritz seit drei Jahren im Posaunenchor aktiv. Während Matthias Trittel meint, dass es mehr Sinn macht, wenn jeder erst einmal einzeln übt, bestätigt Heidrun Trittel aber, dass zu dritt auch mal der Dreiklang von Trompete, Tuba und Posaune ausprobiert wird. Klein-Hanna, die einjährige Tochter der Familie, lässt die Proben im heimischen Wohnzimmer weitestgehend über sich ergehen und hört einfach nur zu mit dem Teddy im Arm. „Wir üben aber auch sonst zu Hause zwischen den Gemeinschaftsproben“, berichtet Heidrun Trittel von einem Stück Normalität.

Stefan Heinzel bestätigt, dass bei den Instrumenten im Nordgermersleber Posaunenchor der Zusammenklang eine entscheidende Rolle spielt und dieser auch bei den Gemeinschaftsproben im Vordergrund steht.

Germeinsames Spiel

Das gemeinsame Spiel soll auch am Sonntag, 22. März, um 18 Uhr die Bläser verbinden. „Wir hoffen, dass wir dann lautstark sind“, hofft Heidrun Trittel mit dem Wissen, dass auch in der Nachbarschaft einige Mitglieder des Posaunenchors wohnen, die ihre Instrumente herausholen und dem Aufruf des Posaunenwerks der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands folgen könnten. Demnach wollen sie wie die Italiener und Spanier ein Hoffnungszeichen setzen, indem sie am heimischen Fenster oder auf dem Balkon spielen. Lieder wie „der Mond ist aufgegangen“, „Bleib bei mir, Herr“ und „Christ ist erstanden“ sind für das gemeinsame Spiel vorgesehen. „Das motiviert vielleicht auch unsere Jungbläser, die noch nicht so lange dabei sind“, hofft Heinzel.

Seine Hoffnung weitet sich auch darauf aus, dass die Zeit jetzt Gelegenheit gibt, sich in der Ruhe zu Hause auch mit schwierigeren Stücken zu beschäftigen. Zwar mussten die etwa 20 Bläser im Alter zwischen 10 und über 80 Jahren schon einzelne Konzerte absagen, an anderem wird aber noch festgehalten. So auch an einem geplanten Konzertprojekt – wahrscheinlich wird das aber zeitlich verschoben.