Samswegen l Rund 15 Monate lang mussten die Bewohner von Bleiche von Samswegen aus genau wie alle anderen, die Richtung Groß Ammensleben fahren wollten, den Umweg über das Nachbardorf Meseberg in Kauf nehmen. Damit ist jetzt endlich Schluss: Am Donnerstag ist der Neubau der Ohrebrücke samt angeschlossener Landesstraße 44 für den Verkehr freigegeben.

Der Präsident der Landesstraßenbaubehörde Uwe Langkammer setzte darum den Dank an die Anwohner und Nutzer der Straße gleich an den Anfang seiner Rede. „Für die Geduld und das Verständnis danke ich allen Betroffenen auch im Namen meiner Kollegen“, sagte er am Donnerstagnachmittag auf der Brücke. Der Neubau sei zwar mit 28 Metern Länge recht überschaubar gewesen, doch weil die Brücke eben nicht nur neu gebaut, sondern auch gleich verbreitert wurde, seien einige Herausforderungen zu bewältigen gewesen im Zuge des Baus.

Auch Landesstraße saniert

Eine rund 50 Meter lange Stützmauer musste auf der Bleicher Seite errichtet werden, außerdem wurde gleich „im Schatten der Vollsperrung“, so Langkammer, gleich noch die angeschlossene Landstraße 44 auf einer Länge von 1,5 Kilometern saniert und für moderne Anforderungen an Straßen fit gemacht. Langkammer dankte ausdrücklich allen, die am Bau beteiligt waren sowie den involvierten Behörden. „Für die gute und ergebnisorientierte Zusammenarbeit bedanke ich mich herzlich“, ergänzte er.

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Landes-Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) war ebenfalls gekommen, legte in seiner Rede den Fokus aber mehr auf die praktischen Aspekte des Neubaus: „Zum Gewichtheben am Sonnabend in Samswegen kommt man schon über die neue Brücke.“ Die Verzögerung, bei der mehrere Wochen die Arbeit stillstand an der Brücke, sei witterungsbedingt gewesen: „Im Winter gibt es eben keinen Asphalt, weil die Mischwerke geschlossen sind. Dann können unsere Bauleute auch nicht asphaltieren.“

1,3 Millionen Euro Kosten

Erika Tholotowsky, Bürgermeisterin der Gemeinde Niedere Börde, drückte ihre Freude über den Neubau der Brücke und die Straßensanierung so aus: „Die Brücke ist jetzt viel breiter und offener, man kann auch die Ohre besser sehen. Wir haben in der Gemeinde eine gute, sachliche Zusammenarbeit mit den anderen Beteiligten und den Firmen erfahren. Das Werk ist endlich vollendet, und es hat zwar lange gedauert, aber nicht zu lange.“

Im Zuge der Bauarbeiten war die L 44 zwischen Samswegen und dem Ortsteil Bleiche voll gesperrt. Eine Umleitung war ausgeschildert und führte über die Kreisstraßen 1162 und 1168 über Meseberg. Damit Fußgänger und Radfahrer die Baustelle ungehindert passieren konnten, wurde direkt neben der Baustelle eine Behelfsbrücke über die Ohre errichtet. Der Neubau hat rund 1,3 Millionen Euro gekostet.

Die alte Brücke, der im Frühjahr 2017 ein Abrissbagger den Garaus mache, stammte zwar erst aus dem Jahr 1951 – hätte also theoretisch noch einige Zeit halten können – wurde zu DDR-Zeiten und nach der Wende jedoch laut Markus Morawitz von der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) vermutlich in Pflege und Wartung vernachlässigt. Das neue Baujahr hat laut LSBB eine Haltbarkeit von rund 100 Jahre, bei guter Pflege auch etwas mehr.