Wellen/ Irxleben l Die Festschrift, die die Gemeinde Hohe Börde zum Neujahrsempfang am Freitag verteilt hat, dokumentiert, was in den zehn Jahren seit der Gründung der Einheitsgemeinde erreicht worden ist. Von der Infrastruktur ist ebenso die Rede wie von dem Bau der Datenautobahn, von Angeboten für die Jugend, der Bildung der Kinder, Erfolgsgeschichten für Jung und Alt, dem Radfahr- und Holunderland oder den Vereinen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens wollte diese Festschrift gern als „Erfolgsschrift“ bezeichnen, denn „es war schon ein Erfolg in den vergangenen zehn Jahren in der Hohen Börde“. So wie er blickte aber auch Steffi Trittel (parteilos) als Gemeindebürgermeisterin nach vorn. Die Arbeit wird nicht weniger.

Ein Beispiel dafür ist das Familiensportbad in Niederndodeleben, das immer noch auf seine Sanierung wartet. „Im vergangenen Jahr haben wir einen Zuwendungsbescheid bekommen, in diesem Jahr wird er umgesetzt“, gab sich der Bundestagsabgeordnete optimistisch. Steffi Trittel geht die Umsetzung besonders dieses Bauprojektes wie auch anderer Investitionen zu langsam. Beim Neujahrsempfang forderte sie in diesem Zusammenhang: „Lasst es uns mit dem Bürokratieabbau endlich einmal ernst nehmen!“

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19.000 Einwohner leben hier

Die Bürgermeisterin ist sich sicher, dass die Zukunft in der knapp 19.000 Einwohner auf einer Fläche von 17.000 Hektar zählenden Gemeinde weitere Herausforderungen bereithält. Dazu zählt nach wie vor die Digitalisierung. „Dem einen geht die Digitalisierung zu langsam, der Nachbar dagegen fühlt sich in die Enge gedrängt“, erklärte Steffi Trittel. Mit dem Digitalisierungsbüro will die Gemeindeverwaltung weiterhin die Veränderungen erleichtern und Hinweise sammeln.

Der Klimawandel wird ebenso nicht an der Gemeinde Hohe Börde vorbeigehen und Veränderungen beziehungsweise Anpassung fordern. Deshalb soll nach Steffi Trittels Aussage der Bau von Radwegen zu den Mittel-und Oberzentren sowie innerhalb der Orte muss in der Gemeinde ein Schwerpunktthema werden.

Der Verkehr auf der Autobahn 2 – speziell, wenn er aufgrund von Stau andere Wege sucht – hat besonders in der letzten Zeit hohe Wellen geschlagen. Die „Schaffung von Infrastruktur für den immer häufiger werdenden Verkehr oder besser gesagt den Stau auf den Straßen in allen Dörfern infolge der Autobahnsperrungen“ sowie der Lärmschutz sind deshalb weitere Themen für die Zukunft in der Hohen Börde.

Diejenigen, die Geschichte der Gemeinde mitgestaltet haben und mitprägen werden, sind aber die Menschen. Deshalb wusste die Bürgermeisterin in dem diesjährigen Neujahrsempfang auch eine Gelegenheit zu finden, um die zu ehren, die sich in den vergangenen zehn Jahren (oder zumindest für einen Teil der Zeit) an die Spitze der Ortschaften gestellt hatten. Mehrere Ortsbürgermeister und Gemeinderäte, die das Amt inzwischen nicht mehr innehaben, konnten sich über eine besondere Würdigung freuen. „Mein ausdrücklicher Dank gilt all jenen Gemeinderäten, die in den vergangenen zehn Jahren die kommunalpolitischen Umsetzungsprozesse zur Anpassung an die Bedürfnisse der Altersgruppen unserer Bevölkerung mitgetragen haben“, so Steffi Trittel.

Ein Drittel der Einwohner ehrenamtlich aktiv

Ebenso wichtig wie die Mandatsträger an der Spitze der Ortschaft sind die anderen Ehrenamtlichen. Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass etwa ein Drittel der Einwohner der Gemeinde in Vereinen und anderen Gruppierungen wie etwa der Feuerwehr aktiv ist. Sie werden durch die Gemeinde unterstützt, indem sie Sporthallen, Dorfgemeinschaftshäuser, Sportlerheime und zahlreiche weitere Gemeinschaftsräume kostenlos nutzen können. Mit einem weiteren Zuschuss von jährlich 50 000 Euro werden die Ortschaften bei ihren kulturellen Aktivitäten unterstützt. Die Bürgermeisterin ist sich aber auch sicher: „Ohne ständige Ansprechpartner, ohne eine gut ausgestattete Anlauf- und Vernetzungsstelle wie wir sie schrittweise mit dem Freiwilligenbüro aufbauen, wird es auf Dauer nicht gehen.“

Einen kleinen Einblick, dass das Ehrenamt in der Hohen Börde eine starke Bank ist, zeigte auch dessen Präsenz neben Vertretern aus Politik und Wirtschaft aus der Gemeinde und dem Umland beim Neujahrsempfang selbst.