Rogätz l Eine Skizze aus dem Jahr 1570 machte deutlich, welche Ausmaße die einstige Rogätzer Burg hatte. „Die Kernburg war etwa 4000 Quadratmeter groß“, berichtete Margitta Häusler und, dass die Heimatfreunde besagte Skizze im Staatsarchiv Wernigerode aufgestöbert hätten.

Heinrich II. soll im 11. Jahrhundert die Erlaubnis zum Bau der Rogätzer Burg gegeben haben, die nicht nur die Elbe mit ihren damals noch vorhandenen Inseln, sondern auch die Handelsstraße in Richtung Schartau beherrscht habe. Von 1369 bis 1851 war fast 500 Jahre lang die Adelsfamilie von Alvensleben Besitzer der einstigen Burganlage, zu der auch der Klutturm gehörte.

Bau im 11. Jahrhundert

Während des Dreißigjährigen Krieges kam es in den Jahren 1626 und 1638 zu schweren Zerstörungen der Burg und des Klutturmes. Das betraf auch das dreistöckige Haus des Elias, das unmittelbar an den Turm grenzte. „Deshalb befand sich die Eingangstür zum Turm im heutigen dritten Stock“, veranschaulichte die Referentin die damalige Situation den vielen wissbegierigen Zuhörern im „Tintenfass“, dem Vereinsheim der Rogätzer Heimat- und Kulturfreunde.

Bilder

Ein Gemälde aus dem Jahr 1894, das jetzt im Wolmirstedter Museum zu sehen ist, zeigt den mächtigen Turm mit einem Spitzdach. „Einige Berichte sprechen davon, dass der Turm 64 Ellen hoch war. Das wären umgerechnet etwa 40 Meter gewesen.“ Heute weist der Turm eine Höhe einschließlich Dach von etwa 32 Metern auf. Die Grundfläche des einstigen sechsstöckigen Turmes beträgt 10,6 mal 13,1 Meter. Die Grundmauern des mächtigen Gebäudes sollen stellenweise bis zu 2,35 Meter dick sein.

Seit dem Jahr 2003 kümmern sich die Rogätzer Heimat- und Kulturfreunde um den Klutturm. Mit Gemeinde- und Fördermitteln war der in den vergangenen Jahren aufwändig saniert worden.

Schäden im 30-jährigen Krieg

Margitta Häusler wies auch auf das Allianzwappen hin, das sich seit über 300 Jahren am Klutturm befindet und um dessen Restaurierung sich die Rogätzer Heimat- und Kulturfreunde derzeit bemühen. „Unsere Spendensammlung dafür hat bereits eine Summe von 2800 Euro erreicht. Damit können wir das Wappen jetzt restaurieren“, so Häusler. Sie deutete noch an, dass weitere Mittel benötigt werden, um das Bauwerk und seine Besucher vor den wilden Tauben und ihren Hinterlassenschaften zu schützen.