Barleben l Nach monatelanger Debatte hat der Gemeinderat am Donnerstag mehrheitlich beschlossen, dass die kommunale Grundschule mit in das Gebäude der Ganztagsschule in der Feldstraße in Barleben ziehen soll. Bei einer Enthaltung stimmten neun von 17 anwesenden Ratsmitgliedern für die kontrovers diskutierte Zusammenlegung der Schulen (Volksstimme berichtete mehrmals), sieben waren dagegen.

Sekundar- wird Gemeinschaftsschule

In einer kurzen Präsentation warb Katrin Röhrig, Bereichsleiterin Regiebetriebe/ Naherholung/ Sportstätten in der Verwaltung, noch einmal für die Argumente, die für eine Zusammenlegung sprechen würden. Ein Punkt sei beispielsweise die Sicherung des Schulstandortes für die Ganztagsschule. „Selbst mit der Umwandlung der Sekundarschule in eine Gemeinschaftsschule zeigen die Anmeldungen für das kommende Schuljahr, dass die Regelschülerzahl von 240 wieder weit unterschritten wird“, sagte sie.

Anzumerken ist diesbezüglich, dass Eltern ihre Kinder für das kommende Schuljahr längst anmelden mussten. Der Beschluss des Barleber Gemeinderates für eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule fiel erst im März. Damit war der Prozess jedoch noch nicht abgeschlossen. Das Schulamt des Landkreises als Träger der Schulentwicklungsplanung sowie des Landesschulamtes müssen ebenfalls ihr Okay geben.

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Wie Katrin Röhrig im Rahmen ihrer Präsentation betonte, sei im Gebäude in der Feldstraße sowohl für die Grund- als auch die geplante Gemeinschaftsschule ausreichend Platz, das Landesschulamt und der Landkreis würden der Zusammenlegung zustimmen, das Gebäude sei barrierefrei und die Bewirtschaftungskosten würden „nur unwesentlich steigen“. „Allein durch die Schulzusammenlegung ergibt sich ein Einsparpotenzial von jährlich zirka 129.000 Euro“, fügte Katrin Röhrig hinzu.

Sieben Ratsmitglieder ließen sich auch von der Kurzpräsentation nicht überzeugen. Bis zum Schluss hagelte es von den Gegnern scharfe Kritik an dem Vorhaben. Die Fraktion FWG/Piraten beispielsweise begründete ihre Ablehnung als Erstes damit, dass die Betroffenen beider Schulen die Zusammenlegung ablehnen würden und dies umfangreich begründet haben. „Das pädagogische Konzept beider Schulen wird eingeschränkt, die räumlich weite Trennung von Hort und Grundschule ist nicht hinnehmbar“, hieß es weiter. Zudem sei die künftige Verkehrssituation vor dem Schulgebäude nicht akzeptabel. Die Fraktion befürchte eine Gefährdung der Kinder, die täglich zum dann etwa 700 Meter entfernten Hort laufen müssen. Weiterhin seien die finanziellen Auswirkungen nicht überschaubar, hieß es.

Standortsicherung ist anderes Thema

Erhalten werden würde der Schulstandort durch die vorgesehene Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule, „das hat hiermit gar nichts zu tun“, fügte Fraktionsvorsitzender Edgar Appenrodt hinzu. Durch die Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule ist die Zweizügigkeit der Klassenjahrgänge laut Verwaltung gesichert.

Evelyn Brämer (ebenfalls FWG/Piraten) prangerte zudem an, dass die Gemeindeelternvertretung nicht angehört worden sei. Die Verwaltung entgegnete, dass die Elternvertreter zu einer Informationsveranstaltung eingeladen worden seien. Dies sei nicht gleichzusetzen mit einer förmlichen Anhörung, widersprachen Thomas Pfeffer (FWG) und Edgar Appenrodt.

Damit die Grundschule mit in das Schulgebäude in der Feldstraße einziehen kann, sind einige Umbauarbeiten in Höhe von insgesamt rund 400 000 Euro geplant.

Auf seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat auch beschlossen, eine zentrale Kindereinrichtung bauen zu lassen, in der Krippe, Kindergarten und Hort in einem Komplex vereint werden sollen. Mehr dazu lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben.