Kinder

Rohbauarbeiten kurz vor dem Start

Seit rund vier Wochen steht die Baustelle für die neue Kita auf der Domäne in Groß Ammensleben still. Doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für den Start des Rohbaus auf Hochtouren.

Von Sebastian Pötzsch
Die Baggerarbeiten auf der Domäne zogen immer wieder Schaulustige an.
Die Baggerarbeiten auf der Domäne zogen immer wieder Schaulustige an. Archivfoto: Sebastian Pötzsch

Groß Ammensleben - Nach mehr als elf Jahren Debatte war am 6. April unter Corona-Auflagen der offizielle Spatenstich für den Neubau der künftigen Kindertagesstätte auf der Domäne in Groß Ammensleben erfolgt. Noch am selben Tag hatte ein Bagger mit seiner Arbeit begonnen. Über mehrere Wochen wurde die Baugrube ausgehoben. Dabei erschwerten große Findlinge den Aushub.

Seit Anfang Mai ist die Baugrube nun fertig, seither sichert ein Bauzaun das Gelände vor unbefugtem Betreten. Doch wie Ina Stimpel, Fachdienstleiterin „Gemeindeentwicklung“ bei der Niederen Börde auf Volksstimme-Nachfrage berichtet, laufen die Vorbereitungen für die Fortsetzung der Maßnahme auf Hochtouren. So sei für die kommende Woche ein Termin für die Bauanlaufberatung „Rohbauarbeiten“ festgesetzt. „Dort werden Ablauf, Organisation und weitere Details mit dem zuständigen Baubetrieb geklärt“, führt Ina Stimpel dazu aus.

Eines stehe jedoch fest: „Am 28. Juni werden die Baumaschinen anrücken“, sagt Stimpel. Die dafür notwendige zweite Teilbaugenehmigung sei jüngst bei der Gemeindeverwaltung eingegangen. „Die erste Teilbaugenehmigung galt ja nun für den Erdbau“, erläutert die Verwaltungsmitarbeiterin.

Kita soll in einem Jahr bezugsfertig sein

Erste Schritte wären die Herstellung von diversen Anschlüssen und der Bau der Bodenplatte. Dafür steht eine nächste Zielmarke schon fest: „Wir wollen am 24. September mit dem Rohbau fertig sein“, sagt die Fachdienstleiterin. Neben den Anschlüssen und der Bodenplatte werden dann auch alle Mauerarbeiten fertig sein, so der Plan.

Damit das Projekt pünktlich mit dem Innenausbau fortgesetzt werden kann, wird an diesem schon kräftig geplant. Dazu gehören auch die Elektroanlagen und die Sanitärbereiche. „Sowie die Planungen abgeschlossen sind, erfolgen für diese Leistungen die Ausschreibungen. Ich denke, das wird zeitnah passieren“, erklärt Ina Stimpel.

Auf Grund der Größe des Vorhabens hatte die Gemeindeverwaltung im Winter die Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft als Projektsteuerer ins Boot geholt. Danach erfolgte die Ausschreibung des Gebäude- und Brandschutzplanes. Ein Ingenieurbüro aus Hecklingen (Salzlandkreis) hatte den Zuschlag erhalten.

Die Planer hatten im Frühjahr noch einiges zu tun. Da das Gelände der geschichtsträchtigen Domäne, der Ort des Neubaus, unter Denkmalschutz steht, musste das künftige Aussehen der Kita angepasst werden. Nun fügt sich das äußere Erscheinungsbild der Einrichtung in die historische Umgebung ein.

Zuvor war in der Einheitsgemeinde mehr als zehn Jahre verhandelt, gerungen, geplant und wieder verworfen worden. Im Jahr 2010 hatte sich der Gemeinderat entschlossen, einen zukunftstauglichen Kita-Neubau für 120 Kinder in Auftrag zu geben. Schließlich wurde im Jahr 2015 sowie ein Jahr später mehrheitlich im Gemeinderat beschlossen, die Kitas Groß Ammensleben, Klein Ammensleben und Gutenswegen zusammenzulegen und dafür auf dem Gelände der Domäne in Groß Ammensleben ein neues Gebäude zu errichten.

Aufgrund dieser Beschlüsse hatte die Gemeinde im Oktober 2016 einen Fördermittelantrag über das Programm „Stark III“ eingereicht. Am 18. November 2020 ging der Fördermittelbescheid ein. Bereits Ende Oktober 2020 hatten sich die Ratsmitglieder mehrheitlich für die Annahme der Gelder in Höhe von 2,5 Millionen Euro entschieden.

Rund 900000 Euro muss die Gemeinde aus eigener Tasche beisteuern. Doch wird der Neubau wohl teurer werden. Das hatte Stefan Müller bereits während des Spatenstichs Anfang April vorausgesagt. Verantwortlich sind die in Deutschland rasant gestiegenen Baukosten und weltweit gestiegenen Baustoffpreise.

Doch diesem Problem könnte sich ein zweites hinzugesellen. So hat der Fördermittelgeber ein zeitliches Limit zur Umsetzung des Projektes gesetzt. Demnach sollte die neue Kita bereits bis Ende dieses Jahres fertig sein. Zwar wurde ein Antrag auf Fristverlängerung genehmigt. Allerdings gilt diese „nur“ bis 30. Juni 2022. In rund zwölf Monaten müsste der Neubau also fix und fertig sein. „Unser erklärtes Ziel ist, schnell zu bauen. Wir wollen das auf jeden Fall schaffen“, ist Ina Stimpel indes guter Dinge.