Wolmirstedt l Der Gerberbrunnen auf der Schlossdomäne wird ersetzt. Der Künstler wird in wenigen Tagen offiziell beauftragt, mündlich ist er bereits informiert. Zum neuen Gerberbrunnen tragen auch Bürger bei. Auf das Konto haben bisher 51 Spender 2975 Euro überwiesen. Das heißt: Farsleben, Elbeu, Mose und Glindenberg können ihre Wunschliste aus der Schublade ziehen, denn sie können davon profitieren. Drei der Ortschaften haben sich bereits Gedanken gemacht.

Mose erhofft sich ein neues Wappen. „Wir wollen es für unsere Briefköpfe nutzen und auf das Feuerwehrauto kleben“, sagt Ortsbürgermeister Marco Röhrmann.

Uraltes Wappen

Mose verfügt bereits über ein uraltes Wappen. Das zeigt einen Fisch und einen Baum, doch entspricht offenbar nicht den aktuellen Vorschriften der Wappenkunde. Deshalb möchte der Ortschaftsrat das alte Wappen an die neuen Vorschriften anpassen lassen. Noch muss allerdings geklärt werden, ob Mose überhaupt noch ein eigenes Wappen führen darf. Bei der Klärung wird die Verwaltung helfen.

Elbeu möchte von dem Geld grüne Männchen anschaffen. Die sollen am Straßenrand leuchten und Autofahrer zur Vorsicht mahnen. Ortsbürgermeister Guido Kratzenberg hat sich bereits zwei Stellen ausgeguckt, wo diese Männchen auf beiden Straßenseiten platziert werden sollen, nämlich dort, wo Schulkinder die Straße queren. Das ist an der Jersleber Straße und an der Magdeburger Straße an den Mehrfamilienhäusern der Fall.

Im Bereich der Mehrfamilienhäuser ist die Straße wegen einer Kurve nicht sehr weit einsehbar, die Jersleber Straße ist vor Schulbeginn stark vom Berufsverkehr frequentiert. Sie führt zur B189.

Grüne Männchen

Aus fachlicher Sicht spricht nichts dagegen, grüne Männchen in Elbeu aufzustellen. In anderen Städten gibt es solche bereits. Dirk Illgas, der im Rathaus für Ordnung und Sicherheit zuständig ist, macht nur darauf aufmerksam, dass sie nicht in den Straßenbereich hineinragen dürfen und so aufgestellt werden müssen, dass sie Kinder nicht verdecken.

Die Elbeuer wüssten mit dem Geld noch mehr anzufangen. „Der Kanuverein möchte am Bootshaus einen neuen Steg anlegen“, sagt Guido Kratzenberg, „daran würden wir uns beteiligen.“

Sollte dann immer noch etwas übrig sein, kann sich der Ortsbürgermeister vorstellen, davon eine Urnengemeinschaftsanlage auf dem Elbeuer Friedhof mitzufinanzieren.

Spielgerät kaufen

Glindenberg wollte vom übrigen Gerbergeld eigentlich ein Spielgerät kaufen, doch dafür hat die Stadt Wolmirstedt bereits Mittel eingeplant. „Unsere neue Idee ist es, eine Art Neujahrsempfang auszurichten“, verrät Ortsbürgermeisterin Gerhild Schmidt. Der soll allen Glindenbergern offen stehen und zwanglos über die Bühne gehen. „Vielleicht grillen wir und verbinden das mit einer Art Bürgersprechstunde.“ Das sind vorerst nur vage Gedanken, die noch nicht ausgereift sind. „Hauptsache, das ganze Dorf hat etwas davon“, nennt Gerhild Schmidt die Maxime.

Farsleben hat sich noch keine Gedanken gemacht. Auch in der Ortschaftsratssitzung am Mittwochabend kam dieses Thema nicht zur Sprache.

Doch was haben die Spenden für den Gerberbrunnen eigentlich mit den Ortschaften zu tun?

Von Unbekannten gesprengt

Der Gerberbrunnen wurde im März von Unbekannten gesprengt. Die Versicherung zahlt den Anschaffungspreis von 30.000 Euro, doch inzwischen soll so eine Bronzeskulptur 52.000 Euro kosten. Die Differenz sollte mit einem Überschuss finanziert werden, den die Stadtwerke erwirtschaftet haben.

Das hatte im Stadtrat seinerzeit große Diskussionen ausgelöst. Nicht jeder der Ratsmitglieder wollte das Stadtwerke-Geld für einen neuen Gerberbrunnen ausgeben. Aus der Bevölkerung kam schließlich die Idee, dass auch Bürger für einen neuen Gerber spenden könnten. Damit könne das Stadtwerke-Geld für andere Projekte verwendet werden. Diese Idee fand im Stadtrat Anklang. Das Stadtwerkegeld fließt trotzdem für den neuen Gerber, daneben wurde das Spendenkonto eröffnet.

Die SPD-Fraktion hat die Idee weiterentwickelt: Sollten ausreichend Spenden für den Gerberbrunnen zusammenkommen, soll aus dem Stadtwerke-Überschussgeld 5500 Euro an die Ortschaften fließen. Mose soll 1000 Euro erhalten, Farsleben, Glindenberg und Elbeu jeweils 1500 Euro. Auch diesem Prozedere stimmte der Stadtrat zu.

Nun sieht es so aus, als sei mit den 2975 Euro ein Teil dieser Summe bereits zusammengekommen. Gegebenenfalls wird sie anteilig an Mose, Elbeu, Glindenberg und Farsleben aufgeteilt.