Wolmirstedt l Zum Jahresbeginn hat UWG-Stadtrat Klaus Mewes die Idee einer Bürgerstiftung für die Schlossdomäne in den Raum gestellt. Inzwischen hat er sich zurückgezogen, die Umsetzung ging ihm nicht schnell genug. Im Rathaus bleibt die Entwicklung des Areals trotzdem im Blick.

Das Konzept Bürgerstiftung wirkte vielversprechend. Die Schlossdomäne sollte als kulturelles Zentrum aufgewertet werden, als Veranstaltungsort überregional von sich reden machen, umgebaut und restauriert werden. Es sollte genau das passieren, wovon viele Bürger träumen. Bei der Verwirklichung sollten Stiftungsgelder helfen. UWG-Stadtrat Klaus Mewes schwebte dafür eine Bürgerstiftung vor. Das Kapital sollte zur Hälfte von Bürgern und Unternehmen fließen, die andere Hälfte sollte aus dem Stadthaushalt kommen, daraus jedoch höchsten 50.000 Euro. Doch längst stockt das Ansinnen. Klaus Mewes hat alle Anträge hinsichtlich einer Bürgerstiftung zurückgezogen, sah sich sowohl vom Arbeitskreis Schlosskapelle als auch von der Verwaltung im Stich gelassen, ist der Meinung: „Hier wurde eine Chance vertan.“

Kein Schnellschuss

Doch so einfach ist es nicht. Bürgermeisterin Marlies Cassuhn mochte die Idee, wollte jedoch keinen Schnellschuss. „Ich stand dieser Idee nicht unaufgeschlossen gegenüber“, sagte sie. Die Planungen zur Bürgerstiftung sollten im Stadtrat diskutiert werden. Nur nicht auf der Stelle und sofort. Zuvor wollte die Verwaltung prüfen, welche Bedingungen mit einer Bürgerstiftung verbunden sind, welche Verpflichtungen und Konsequenzen sich daraus ergeben. „Das muss doch im Vorfeld geklärt werden.“

Klaus Mewes sieht das komplett anders. Er hatte selbst schon vieles geklärt und erwartet, dass Verwaltung und Stadträte mitziehen. Er hatte mit manchen potentiellen Geldgebern gesprochen, doch längst nicht mit allen, die er im Konzept genannt hatte. Auch zur Stiftungsbehörde des Landes und Fördermittelgebern hatte er Kontakt und berichtet sinngemäß von positiven Signalen. Angesichts des Euphorieschubs wollte er die Sache am liebsten schon bei der Stadtratssitzung am 7. Februar eintüten.

Doch das ging der Bürgermeisterin viel zu schnell. Marlies Cassuhn genügte der Informationsfluss zwischen einem einzelnen Stadtrat und den genannten Stellen nicht. Auf dieser Basis sah sie die Verwaltung nicht in der Lage, einen tragfähigen Beschluss vorzubereiten, der die Chance hat, mehrheitsfähig zu sein. Zumal mit 50.000 Euro viel Geld aus dem Stadthaushalt fließen soll. Die Bürgermeisterin möchte gern, dass sich die Verwaltung ein eigenes Bild macht, sich selbst sorgfältig informiert und setzt darauf, dass alle Stadträte und Mitstreiter in der Sache mitgenommen werden. Das wollte Klaus Mewes nicht abwarten. Er hat hingeworfen, sagt: „Wenn wir das richtig angeschoben hätten, wäre es was geworden.“

Ganzheitliches Konzept geplant

Richtig anschieben will die Verwaltung die Entwicklung der Schlossdomäne durchaus, präferiert dabei allerdings ein bedachtes Vorgehen. Und dafür fehlt vorerst Personal, speziell ein Fachdienstleiter für den Kulturbereich. Sobald diese Stelle besetzt ist, wird es zu den Aufgaben dieses Rathausmitarbeiters gehören, ein ganzheitliches Konzept zu erarbeiten, das auch die Zukunft des Bürgerhauses und solch mitgliederstarker Vereine wie das OK-Live-Ensemble miteinbezieht. Beides wird derzeit ehrenamtlich betreut. „Das lässt sich auf lange Sicht nicht leisten“, blickt Marlies Cassuhn voraus und möchte auch deshalb den Blick auf das große Ganze richten. „Es nützt nichts, wenn wir partiell arbeiten. Wir müssen komplex denken.“

Sie selbst steht dafür, dass die Belebung der Schlossdomäne eine öffentliche Aufgabe ist, dass die Verantwortlichkeit auch ins Rathaus gehört. Wie das konkrete Vorgehen aussehen wird, hängt jedoch weder allein von der Bürgermeisterin noch von der Verwaltung ab, sondern auch davon, welche Prioritäten die Kommunalvertreter setzen, die nach der Kommunalwahl im Stadtrat sitzen.